Fehlen da Zebrastreifen? Mancher Fußgänger steht ratlos an der Bahnhofstraße, bevor er rübergeht. Auch Falschparker sorgen für Ärger. Wir haben nachgefragt: Wie verhält man sich richtig?

Schwerte

, 16.11.2018, 11:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Helle Asphaltstreifen ziehen sich an vier Stellen quer über die Bahnhofstraße: Der Bordstein ist an diesen Stellen abgesenkt, zudem weisen Leitlinien für Blinde und Sehbehinderte auf diese Stellen hin. Man könnte den Eindruck bekommen, dass an diesen Stellen nach der Sanierung der Straße die Markierungen für einen Zebrastreifen vergessen wurden.

Stimmt das? Stadtsprecher Carsten Morgenthal sagt: „Nein, da kommen keine Zebrastreifen hin.“ Die vier Stellen mit hellerem Asphalt - auf Höhe der Poststraße, der Sparkasse und an beiden Seiten der Bushaltestelle am Stadtpark - kennzeichnen die Bereiche, in denen eine barrierfreie Überquerung der Bahnhofstraße, die Tempo-20-Zone ist, möglich ist. „Nach Auffassung der Straßenverkehrsbehörde müssen dort aufgrund des geringen Tempos keine Zebrastreifen aufgebracht werden“, so Morgenthal.

Polizei: Keine Unfälle an den Überwegen

Diesen Eindruck bestätigt eine Nachfrage bei der Polizei: Ende Juni wurde der neue „Boulevard Bahnhofstraße“ offiziell eingeweiht, seitdem gab es an den Übergängen keine Unfälle, so Vera Howanietz aus der Pressestelle der Polizei. Nach Rücksprache mit ihren Kollegen vor Ort, die dort regelmäßig vorbeischauen, merke man schon, dass Fußgänger gelegentlich stutzen.

Vor der Sanierung gab es direkt vor dem Eingang der Sparkasse eine Fußgängerampel. „Da spielt dann vielleicht auch die Gewohnheit eine Rolle“, so Howanietz. Größere Probleme habe der Bezirksdienst aber nicht beobachten können.

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„Gegenseitige Rücksichtnahme“ - wenn sowohl Autofahrer, als auch Fußgänger, Rollstuhlfahrer etc, sich darauf einlassen, sollte es keine Probleme geben. Im Unterschied zu Zebrastreifen sind Autofahrer an den barrierefreien Überwegen aber nicht verpflichtet, anzuhalten, wenn Fußgänger warten. „Wenn man sieht, dass dort ein Rollstuhlfahrer wartet, darf man aber natürlich gerne anhalten, damit derjenige entspannt über die Straße kommt“, so Howanietz.

Keine Sicherheitsprobleme, aber Ärger über Falschparker

In der Praxis funktioniert das bereits sehr gut - so fällt zumindest die Zwischenbilanz von Brigitte Schorn, Schwerter Gruppenleiterin des Blinden- und Sehbehindertenvereins im Kreis Unna, aus. „Wenn man sich dort hinstellt, halten die Autofahrer an, das funktioniert sehr gut. Bisher habe ich da gute Erfahrungen gemacht“, so die Schwerterin, die selbst blind ist.

Probleme sieht sie allerdings, was das Verhalten einiger Autofahrer angeht, die ihre Pkw - verbotenerweise - direkt im Bereich der Überwege parken. „Teils sind dann die Leitlinien blockiert, weil dort Autos stehen.“ Für Blinde und Sehbehinderte ein großes Problem - und sicherlich auch ärgerlich für alle, die auf die abgesenkten Bordsteine angewiesen sind.

Zebrastreifen vergessen? Das steckt hinter den hellen Überwegen an der Bahnhofstraße

So sollte man es nicht machen: Dieses geparkte Auto blockiert an der Bahnhofstraße den barrierefreien Übergang. © Jessica Will

„An dem Thema sind wir dran“, sagt Ines Cicieor, bei der Stadt Schwerte zuständig für Themen rund ums Parken. Die Parkzonen an der Bahnhofstraße würden vom Ordnungsdienst sehr regelmäßig kontrolliert. „Die Regelung dort ist ja noch recht neu, ein wenig muss sich das auch noch einspielen“, sagt sie.

Wer außerhalb der gekennzeichneten Flächen parkt, muss mit 10 Euro Verwarngeld rechnen. Ob dabei die Blinden-Leitlinen und Überwege blockiert werden, spielt für die Höhe der Strafe allerdings keine Rolle.

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