Zahl der Berufspendler in vielen NRW-Städten auf Rekordhöhe

In vielen Metropolen und Universitätsstädten in Nordrhein-Westfalen hat die Zahl der Berufspendler im vergangenen Jahr eine neue Rekordhöhe erreicht. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor, die die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am Dienstag veröffentlichte. Vor allem die Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf sind demnach Pendlerhochburgen. Aber auch die Ruhrgebietsstädte Essen und Dortmund und die Unistädte Aachen und Münster ziehen so viele Berufspendler an wie noch nie.

15.10.2019, 12:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Zahl der Berufspendler in vielen NRW-Städten auf Rekordhöhe

Ein Schild mit der Aufschrift „Pendler“ steht an einer Autobahnanschlussstelle. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Archivbild

Allein in Köln seien 2018 rund 276 000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt gependelt, das seien 36 Prozent mehr als noch im Jahr 2000, berichtete die Gewerkschaft. In Düsseldorf stieg die Zahl der Berufspendler im gleichen Zeitraum um 29 Prozent auf rund 258 000 Menschen, in Essen um 33 Prozent auf rund 126 000, in Aachen um 34 Prozent auf rund 117 000. Noch dramatischer war die Entwicklung in Dortmund und Münster. In der Ruhrgebietsmetropole erhöhte sich die Zahl der Berufspendler um 44 Prozent auf rund 108 000, in der westfälischen Universitätsstadt um 41 Prozent auf rund 82 000.

Die Gewerkschaft sprach von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten. Eine wachsende Zahl von Menschen könne sich das Wohnen dort, wo in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden seien, nicht mehr leisten. Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Die IG BAU forderte deshalb mehr Investitionen in bezahlbaren Wohnraum in den Städten und Ballungsräumen und einen besseren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im vergangenen Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

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