Wortgefecht der humorvollen Art kam im Selmer Bürgerhaus an

dzPoetry Slem

Der zweite Selmer „Poetry Slem“ des Jugendzentrums Sunshine sorgte für tosenden Applaus im Bürgerhaus. Und ja: In diesem Fall schreibt man wirklich „Slem“ und nicht „Slam“.

Selm

, 06.11.2018, 16:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass der Ozean der Worte mehr bereithält als nur eine schnelle Überfahrt durch das Fahrwasser der Kommunikation, erlebten die Passagiere des zweiten Selmer Poetry Slems. „Slem“ wird übrigens wegen der Ähnlichkeit zum Wort „Selm“ so geschrieben.

Sieben kluge Kapitäne des Ausdrucks steuerten die Inseln des ansteckenden Lachens, die verlassenen Atolle des Mitgefühls und die Oasen des Nachdenkens an.

Kein Thema ausklammern

Wortgefecht der humorvollen Art kam im Selmer Bürgerhaus an

Die Mannschaft des zweiten Selmer "Poetry Slems" des Jugendzentrums "Sunshine", Organisatorin Carina Eller, Slammer Alex Baum, Slammerinnen Romy Göke, Lara Seuffert, Moderatorin Maren Lobe, Slammerin Thebika Maheswaran (v.l.), Pate Micha El Goehre, Moderator Magnus See, Slammer Luca Nottenkemper und Slammerin Marla Schroer (hintere Reihe v.l.). © Heidi Tripp

Ein Poetry Slam ist ein Wortgefecht, bei dem Autoren kein Thema ausklammern. Das Publikum bewertet die Performance, und nur die Rundengewinner kommen in die Endausscheidung. Als erster Poet - außer Konkurrenz, enterte das Deck Micha El Goehre. Der Pate des Slams schrubbte den Bordboden mit seinem Lyrischen-Ich. Er zog die Gäste hinab in die Untiefen seines schreibenden Seins, bevor Thebika Maheswaran sehr poetisch mit ihrem Text „Sternenstaub“ ins Universum der existenziellen Fragen abbog.„Ich finde es sehr beeindruckend, was die jungen Leute hier so von sich geben, es ist sehr unterhaltsam und durchdacht“, erklärte der Gast Franz Chossa, dem die Ehre zu Teil wurde, die Performance der Slammer zu benoten.

Ökologischer Fußabdruck

Alex Baums Stimme gehörte zu den kritischen des Abends. Mit seinem Text „Komische Welt“ stach er in See mit Themen des ökologischen Fußabdrucks wie der Vermüllung der Meere und dem Mangel an globaler Zusammenarbeit. Marla Schroer hingegen sicherte sich ihren Einzug ins Finale nicht mit kritischen Tönen, sondern mit zarten Beobachtungen des Andersseins. Ihr Text „Wunderlich“ beschrieb frappant das Gefühl der Isolation.Partnerschaft

Patenschaft übernommen

Wortgefecht der humorvollen Art kam im Selmer Bürgerhaus an

Das Bürgerhaus erbebte unter dem tosenden Applaus des Publikums beim Finale des Selmer "Poetry Slems", die Gewinnerin war nicht zu ermitteln. Schließlich verkündete Magnus See den Doppelsieg von Marla Schroer und Lara Seuffert (v.l.). © Heidi Tripp

„Das Schöne an jedem Slam ist, man weiß nie, was passiert“, berichtet Micha El Goehre. Der Essener Profi-Slammer übernahm gern die Patenschaft für den Selmer Contest. „Ich kann nur sagen: Leute, lasst eure Texte nicht in der Schublade vergammeln, sondern bringt sie auf die Bühne“, rät der Autor Goehre.Diesen Ratschlag befolgte auch Lara Seuffert mit ihrem sehr poetischen Text „Über mich“. Der literarische Einblick in ihr Seelenleben brachte sie ebenfalls ins Finale. Luca Nottenkemper philosophierte über Ethik, Moral und die Subjektivität aller Entscheidungen. Romy Göke schrieb ihren Text am ersten Tag nach den Sommerferien. Ihre Worte waren geprägt vom Geschmack der Freiheit und der Lebenslust, bis hin zur Bitternis der Vergänglichkeit der schönen Augenblicke.„Ich bin immer wieder beeindruckt, wie kreativ die Jugendlichen sind und mit welchen lebendigen Bildern sie ihre Palette der Emotionen zum Ausdruck bringen“, sagte Magnus See, er ist der Leiter der Schreibwerkstatt, die im Jugendzentrum „Sunshine“ im zweiten Jahr angeboten wurde. Betreut wurde das Projekt auch von Carina Eller, sie ist pädagogische Mitarbeiterin des „Sunshine“ und zuständig für Veranstaltungen der Jugendkultur. Sie organisierte den Slam als Abschluss der Schreibwerkstatt.

Selmer Band

Wortgefecht der humorvollen Art kam im Selmer Bürgerhaus an

Die Selmer Band "Effektief" sorgte rockig für die musikalische Begleitung des "Poetry Slems". © Heidi Tripp

Die musikalische Begleitung dieser Reise übernahm die Selmer Band „Effektief“, sowie Thebika Maheswaran mit Gesang begleitet am Piano von Romy Göke. Im Finale war das Bürgerhaus auf der tosenden See des Applauses dem Untergang nah, denn weder Marla Schroer noch Lara Seuffert gingen als klare Siegerin hervor. Das Moderatoren-Team Magnus See und Maren Lobe warfen den Rettungsanker und erklärten beide zu Siegerinnen.Mitgerissen vom Reichtum der sprachlichen Bilder, von der Wahrheit der Gesellschaftskritik und der Entdeckung des eigenen Ichs, quittierten die Gäste mit lang anhaltendem Applaus.

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