Wolfsland oder Wolfserwartungsland: Ministerin informiert

Die Rückkehr des Wolfes erfreut manche Naturschützer - Halter von Herdentieren sind dagegen alarmiert. Wird NRW nun offiziell als „Wolfsgebiet“ ausgewiesen?

01.10.2018, 02:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wolfsland oder Wolfserwartungsland: Ministerin informiert

Ein Wolf steht in einem Gehege. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv

Ist Nordrhein-Westfalen Westfalen schon Wolfsland oder noch Wolferwartungsland? Diese Frage beantwortet Landesnaturschutzministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag (11 Uhr) in Düsseldorf. Anlass sind Beobachtungen und genetische Befunde, die darauf hindeuten, dass eine Wölfin im Kreis Wesel sesshaft geworden ist. Wird ein Gebiet als Wolfsregion anerkannt, können Schutzmaßnahmen für Nutztiere wie Schafe gefördert werden.

Seit 2009 hat es nach bisherigen Angaben der Umweltbehörden schon fast 40 Wolfsnachweise in NRW gegeben. Allerdings waren die unter Artenschutz stehenden Beutegreifer bislang nur auf der Durchreise. Nun wurde aber an einem toten Schaf im niederrheinischen Schermbeck erneut Speichel der aus einem niedersächsischen Wolfsrudel stammenden Wölfin identifiziert - mindestens schon zum dritten Mal seit Juni.

Schaf- und Rinderzüchter sowie der Bauernverband im Rheinland haben die Ministerin bereits aufgefordert, die ohnehin bedrohte Weidetierhaltung zu sichern. Neben Herdenschutz und umfassenden Präventionsmaßnahmen, seien Entschädigungen nach Tierrissen erforderlich.

Zudem müssten die Wölfe schnell aus den betroffenen Gebieten entfernt werden. Nach den wiederholten Angriffen sei mehrmonatiges Abwarten den Tierhaltern nicht zuzumuten, unterstreichen die Verbände. Darüber hinaus müssten auf Bund-Länder-Ebene endlich „klare Vorgaben zum Umgang mit auffälligen Wölfen“ erarbeitet werden.

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