Wolfsburg verpasst gegen Augsburg Sprung auf Platz eins

Die größte Aufregung gab es wenige Minuten vor dem Abpfiff. Doch Wolfsburgs Joao Victor hatte seinen Treffer aus klarer Abseitsposition erzielt. Damit verpasste der Gastgeber gegen den FC Augsburg den Sprung an die Bundesliga-Spitze.

27.10.2019, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei strittige Entscheidungen in Gent, eine weitere gegen Augsburg: Der VfL Wolfsburg fühlt sich derzeit nicht gerade vom Glück verfolgt, wenn es um Schiedsrichter-Pfiffe geht.

Beim 0:0 gegen den FC Augsburg hatten die Niedersachsen kurz vor Schluss bereits den vermeintlichen Siegtreffer von Joao Victor bejubelt, ehe das Tor von Referee Tobias Stieler nach Sichtung der Fernsehbilder doch nicht gegeben wurde, weil Victor zuvor im Abseits gestanden hatte. Da Augsburgs Tin Jedvaj der Ball in der Szene aber an die Hand gesprungen war, forderten sie beim VfL zumindest Elfmeter, der aber ebenfalls nicht gegeben wurde.

„Ich kann das nachvollziehen“, räumte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke bei Sky ein. „Andererseits kann man darüber streiten, ob es später nicht eine neue Spielsituation war. Da verstehe ich nicht, warum es keinen Elfmeter für uns gab, weil Tin Jedvaj den Ball ganz klar mit der Hand gespielt hat“, sagte er.

Bei allem Frust über die Entscheidung wollten sie die Schuld für den verfehlten Sieg und den verpassten Sprung an die Tabellenspitze aber nicht an dieser einen, strittigen Szene festmachen. „Wir müssen so ehrlich sein, dass unsere Leistung heute nicht so war, dass ein Heimsieg dabei herausspringen muss“, sagte VfL-Coach Oliver Glasner nach dem insgesamt enttäuschenden Auftritt seines Teams. „Es hat etwas die geistige Frische gefehlt“, sagte Glasner, zeigte sich angesichts des Programms mit vielen Spielen in Liga, DFB-Pokal und Europa League aber nachsichtig. „Das muss man den Spielern auch einmal zugestehen.“

Immerhin ist der VfL in dieser Saison nach wie vor ungeschlagen und liegt mit 17 Punkten weiterhin im Soll. „Natürlich ist es etwas ärgerlich, weil es eine schöne Momentaufnahme gewesen wäre“, sagte Glasner zum möglichen Platz eins. „Aber ich denke, dass das, wo wir stehen, ganz gut zu uns passt.“

Die Augsburger waren mit dem hart erkämpften Punkt zufrieden. Vor allem auch, weil sie in der vergangenen Saison in der Volkswagen Arena noch eine heftige 1:8-Klatsche kassiert hatten. „Wir haben gegen zwei Topacts wie Bayern und Wolfsburg zwei Punkte geholt. Damit machen wir zwar keine großen Sprünge im Moment, aber das sind Punkte der Moral“, sagte FCA-Coach Martin Schmidt nach seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. In der Saison 2017/18 hatte der Schweizer beim VfL früh in der Saison Andries Jonker abgelöst, nach 22 Spielen und nur fünf Siegen war für ihn beim VfL dann aber Schluss.

22.630 Zuschauer sahen eine insgesamt schwache Partie. Glasner hatte seine Startelf angesichts der vielen Spiele auf vier Positionen verändert. Unter anderen blieben die Leistungsträger Maximilian Arnold und Joao Victor zunächst auf der Bank, die am Donnerstag in Gent noch zu den Besten gehört hatten. Auch dort hatte der VfL bei zwei Schiedsrichterentscheidungen Pech und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen.

In einer schwungvollen Anfangsphase hatten beide Teams zunächst zwei Chancen, zwei Mal Felix Klaus für den VfL sowie Ruben Vargas und Florian Niederlechner für die Gäste vergaben aber jeweils einen Treffer. Danach plätscherte das Geschehen dahin, ehe die Szene um den Victor-Treffer noch einmal für Hektik sorgte.

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