Wolfgang Joop über seinen Vater: „Er prügelte mich, bis der Gardinenstock brach“

Joop bei Markus Lanz

Star-Designer Wolfgang Joop berichtet in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz über die Beziehung zu seinem Vater. Der 75-Jährige wurde als Kind Opfer von Gewalt.

Potsdam

14.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wolfgang Joop über seinen Vater: „Er prügelte mich, bis der Gardinenstock brach“

Der Designer Wolfgang Joop. © dpa

Modeschöpfer Wolfgang Joop hatte erst jahrelang keinen Kontakt zu seinem Vater - und machte dann nach dessen Rückkehr nach dem Zweiten Weltkrieg Erfahrungen mit Gewalt. Der Mann sei ihm zuerst fremd gewesen, erzählte der 75-Jährige in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz (Donnerstag).

„Ich hatte ein Foto gesehen von einem gut aussehenden, blonden jungen Mann halt - und zur Tür herein kam ein kahl Geschorener, Eingefallener, wie ein Geist“, erinnerte er sich an die Szene, bei der er acht Jahre alt war. „Dann rief er nach mir am nächsten Tag, und ich dachte, wieso, du bist fremd, ich kenne dich nicht, du hast dich nicht vorgestellt - ich komme nicht“, erinnerte sich der gebürtige Potsdamer.

„Soll ich wieder gehen?“

Erst am Abend sei der Junge wieder ins Haus gekommen. „Da hat er mich geschnappt und hat mich über den Klavierstuhl gelegt und mit dem Gardinenstock so lange verprügelt, bis er brach. Und als der Stock brach, brach er in Tränen aus und sagte zu mir die schreckliche Frage: Soll ich wieder gehen? Und ich sagte: „Ja.“ Und da brach er zusammen.“

Wolfgang Joops Vater war lange in Kriegsgefangenschaft

Sein Vater, der während der NS-Zeit als Theaterkritiker gearbeitet hatte, war laut Joop insgesamt sieben Jahre lang in amerikanischer und später russischer Gefangenschaft.

Joop hatte zu Beginn seines Gesprächs mit Lanz erklärt, dass Kreativität aus Konflikten entstehe. Als Kreativitätsimpuls wollte er die Gewalterfahrung aber nicht verstanden wissen.

RND/dpa

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