Wo ist die Zeit hin? Warum bei vielen das Endspurt-Gefühl vor Weihnachten schon zunimmt

dzMeinung am Mittwoch

Weihnachten ist überall sichtbar. Ist es schon wieder soweit? Das Endspurt-Gefühl nimmt zu, die Straßen sind verstopft, hat Gastautorin Maren Feldmann beobachtet.

von Maren Feldmann

Lünen

, 13.11.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor ein paar Wochen, es war Mitte Oktober, betrete ich meinen „Stammdiscounter“ und bleibe einen Moment erstarrt stehen. Mit dem, was ich sah, hatte ich nicht gerechnet. Noch nicht. Weihnachten. Überall Weihnachtsgebäck. Spekulatius, Christstollen, Lebkuchen, Marzipan, und, und und. War es schon wieder so weit? Hatte ich die Tage nicht noch eines meiner Sommerkleider an? Die junge Mutter neben mir zieht ihren etwa dreijährigen Jungen, der sich an den bunten Auslagen aufhielt, Richtung Kasse. „Dafür haben wir jetzt keine Zeit“ sagt sie zu ihm.

Der Zeit weit voraus

Zeit, denke ich, wo ist die Zeit hin? Eigentlich war es ja noch nicht so spät im Jahr. Die Blätter fingen erst an sich zu färben und wenn es schon nicht mehr Sommer war, war es aber doch auch noch längst keine Weihnachts-Zeit. Jetzt, fast vier Wochen später hat sich das Auge fast schon daran gewöhnt. Die Werbeprospekte zeigen schon jede Menge Weihnachtsdeko und Kindergeschenkideen. Dabei sind es noch fünf Wochen bis Heiligabend. Scheinbar sind wir unserer Zeit also schon wieder voraus. Wenn jetzt also Weihnachten ist, was ist dann am 25. Dezember? Ostern? Können wir dann nicht auch schon die Ostereier unter den Christbaum legen…?

Wo ist die Zeit hin? Warum bei vielen das Endspurt-Gefühl vor Weihnachten schon zunimmt

Gastautorin Maren Feldmann. © Quiring-Lategahn

Gastautorin Maren Feldmann ist Geschäftsführerin von Küchen Schmidt

Diese Tage nimmt das Endspurt-Gefühl bei allen ohnehin schon deutlich zu. Die Straßen sind verstopft, die Menschen haben es eilig. Keine Zeit… Udo Jürgens singt in einem seiner Lieder „Wer hat meine Zeit gefunden, die ich irgendwie und -wann verlor, Tage, Wochen oder Stunden, heute kommt’s mir kostbar vor“. Ja, die Zeit ist kostbar. Es gilt aber den Moment zu leben und zu genießen. Nicht zu weit in die Zukunft denken, sonst droht das Hier und Jetzt an Wert zu verlieren. Das wäre doch schade, oder?

Diese Atmosphäre bietet Onlineshopping nicht

Und die Zeit für Weihnachten, für Gebäck, Tee, Glühwein und Geschenke wird kommen. Da ist Vorfreude natürlich durchaus erlaubt. Auf den Verkaufsoffenen Sonntag in Lünen am zweiten Advent zum Beispiel. Durch weihnachtlich geschmückte Geschäfte stöbern. Echte Beratung beim Geschenkekauf. Auch wenn ich so etwas an dieser Stelle schon geschrieben habe, aber eines sollte allen bewusst sein: Diese adventliche Atmosphäre, die dann hier in unserer Stadt herrscht, erleben Sie nicht beim Onlineshoppen.

Genießen sie also den Moment und die Zeit, natürlich auch die Weihnachtszeit, wenn es dann soweit ist.

An dieser Stelle schreiben jeden Mittwoch unsere Gastautoren. Es sind:
  • Kira Engel , Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen
  • Maren Feldmann, Geschäftsführerin Küchen Schmidt
  • Marie Hirschberg, Studentin, ausgezeichnet mit dem Förderpreis Kultur der Stadt Lünen
  • Heinz Werner Kleine, Chemielaborant und Kunstsammler
  • Björn Schreiter, Architekt
  • Kevin Tigges, Studienreferendar und Akteur bei der „Abgedreht! Filmcrew“
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Meinung am Mittwoch
Gesamtschulen führen die Hitliste der weiterführenden Schulen an: zu Recht?
Hellweger Anzeiger Weihnachtsbeleuchtung
Geschäftsleute beteiligen sich: Nördliche Innenstadt erhält ihre Weihnachtsbeleuchtung
Hellweger Anzeiger Innenstadt
Ein beliebter Laden schließt, eine Firmengruppe eröffnet ihr drittes Geschäft in Lünen