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Wirtschaft und Wissenschaft wollen „praxisorientierte Hochschule“ in Lünen gründen

Hochschulstandort

Als Hochschulstandort will sich Lünen einen Namen machen. Nach Plänen für einen Gesundheits-Campus gibt es jetzt erste Ideen für eine praxisorientierte Hochschule für Lünen und Selm.

Lünen

, 23.07.2018

Das Projekt wollen Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam stemmen. Der Standort soll an zentraler Stelle in Lünen sein. Wo sagte die Stadt nicht. Es liefen Verhandlungen mit Investoren, hieß es. Die künftigen Träger rechnen mit rund 1000 Studierenden.

Wie die Stadt in einer Pressemitteilung am Montag erklärte, sind die Pläne Staatssekretär Christoph Dammermann aus dem NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation und Digitalisierung und Energie vorgestellt worden. Im Vorfeld hatten Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und sein Amtskollege Mario Löhr aus Selm sowie Vertreter aus der Wissenschaft, unter anderem der Fachhochschule Dortmund, der Wirtschaftsförderung und Repräsentanten von rund 300 Unternehmen aus den Bereichen Kreislaufwirtschaft und Informationstechnologien in der Region die Idee gemeinsam angeschoben. Das Thema des Projektes heißt „Digitalisierung und Transformation“.

FH Dortmund und private Hochschule in einem Boot

So will die Fachhochschule Dortmund, konkret die Studiengänge Informatik und Ingenieurwesen, mit einer privaten Hochschule ein gemeinsames Institut in Lünen gründen – eine „hybride Hochschule“. Die soll mit lokalen Unternehmen zusammenarbeiten, um eine praxisnahe Ausbildung auch in den Firmen zu gewährleisten.Prof. Dr. Gerd Grube hat als Wissenschaftler und Unternehmer bereits mehrere Kooperationsmodelle zwischen Hochschulen und Unternehmen realisiert.

Er sagt: „Forschung und Lehre liegen in den Händen der öffentlichen Hochschule, praxisgerechte Bildungsangebote werden in Kooperation und Abstimmung mit der Wirtschaft von der privaten Hochschule kreiert. Am Standort werden Dozenten von den Firmen gestellt.“

Passgenaue Ausbildung von Fachpersonal

Das biete den Vorteil, dass die Studiengänge auf die Anforderungen aus den Unternehmen zugeschnitten seien. Fachpersonal werde passgenau ausgebildet. Junge Leute hätten die Chance, im Anschluss an das Studium eine Stelle im jeweiligen Betrieb zu erhalten. „Wir haben jetzt schon ein starkes Netzwerk von Akteuren aus den Bereichen Bildung und Wirtschaft vor Ort - flankiert von unserer Wirtschaftsförderung und der IHK zu Dortmund“, so Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns: „Das ist ein gutes Fundament für ein derartiges Projekt.“ Dies findet auch die Unterstützung von Bürgermeister Mario Löhr: „Wir bringen uns auch unter anderem mit interessanten Firmen sowie Wohnraum für Studenten ein.“

Stiftungsprofessur von Lüner Firma

In Unternehmen finde das Vorhaben, eine „hybride Hochschule“ einzurichten, ebenfalls Interesse. Jens Wagener, Vorstandsvorsitzender und Gründer der IT-Firma „itemis“, berichtete von Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu akquirieren und zu halten. „Wir unterstützen das Projekt gerne - sogar mit einer Stiftungsprofessur“, so Wagener.

Eine solche hat itemis bereits an der Uni in Ilmenau. „Wir sind als Unternehmen sehr forschungsstark“, so Wagener. Er kann sich vorstellen, dass eine Lüner Fachhochschule in Kooperation mit Ilmenau auch Promotionen anbieten könne. So könnten itemis-Mitarbeiter ihre akademische Karriere fortsetzen.

Start könnte noch 2018 sein

Nach Mitteilung der Stadt, wolle Staatssekretär Dammermann in Düsseldorf für das Projekt werben. Die Hochschule könne, so Professor Grube, noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden. Die FH Dortmund kündigte für das Wintersemester einen Workshop „Digitale Transformation“ bei der Firma Aurubis an.

Für die Studierenden der „hybriden Hochschule“ fallen Studiengebühren an. Die Höhe ist noch nicht bekannt.