„Wirklich interessierter Interessent“ will Bahnhof kaufen: Voraussetzung für Radstation

dzFahrradstation am Bahnhof

Mehr Service für Radler: Das könnte schon im April am Bahnhof Beifang Wirklichkeit werden. Noch sind die Verträge über den Verkauf des Bahnhofsgebäudes aber nicht unterzeichnet.

Selm

, 18.10.2019, 17:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

2008 hatte die Arbeiterwohlfahrt (Awo) das Empfangsgebäude der Deutschen Bahn am Haltepunkt Selm-Beifang gekauft, um dort für sechs Jahre eine Radstation einzurichten. Jetzt will die Awo es wieder verkaufen - um an derselben Stelle erneut eine Radstation einzurichten.

„Wir sind zurzeit in sehr guten Gesprächen mit einem Interessenten, der das Gebäude kaufen möchte“, sagt Awo-Sprecher Sebastian Laaser. Um wen es sich da handele, könne er noch nicht sagen. Nur so viel: „Ein wirklich interessierter Interessent.“

Er will das Gebäude - oben Mietwohnungen, unten Radstation - um eine gastronomische Nutzung erweitern, wie bereits die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses erfahren haben: ein Café mit Plätzen draußen.

Miete für die nächsten 20 Jahre gesichert

Bürgermeister Mario Löhr bewertet die gerade laufenden Gespräche ebenfalls als sehr positiv. In der jüngsten Ratssitzung war er auf die Radstation-Pläne eingegangen und hat dabei auch ein Detail verraten.

„Für die nächsten 20 Jahre“, so Löhr, „gibt es für die Radstation keine Mietkosten.“ Die würden „anderweitig übernommen“; ergänzte er, ohne dabei konkreter zu werden.

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Ein Detail, das Awo-Sprecher Laaser nicht kommentiert. Für ihn ist das nur eine weitere Facette in einem Bild, das ihn optimistisch stimmt. „Bis Ende des Jahres könnte alles unter Dach und Fach sein.“

80 Quadratmeter für Reparatur und Service

„Ich hoffe, dass die Radstation im April den Betrieb aufnehmen kann.“ Wie in sieben anderen Kommunen wird die DasDies-Service

GmbH, eine Tochtergesellschaft der Awo, sie betreiben. Räder warten, ausleihen, bewachen - damit könnte es in dem 80 Quadratmeter großen Raum sofort losgehen. Auf etwas anderes müssen die Nutzer noch ein paar Monate länger warten.

„Das Fahrradparkhaus wird im Sommer öffnen, wenn alles gut geht“, so Laaser. Bis dahin seien einige Bauarbeiten nötig. Wie eine solche zugangsgesicherte und videoüberwachte Radparkanlage einmal aussehen könnte, lässt sich in Kamen, Bergkamen und Werne anschauen. Dort hat die Awo bereits Radparkhäuser eingerichtet. Und weitere werden folgen.

Kreis Unna zahlt Zuschuss

Am Bahnhof Holzwickede, am S-Bahnhof Unna-Königsborn und am Bahnhof Schwerte-Ergste werden bald ebenfalls entsprechende Einrichtungen öffnen. Mehr Service für Radfahrer liegt eben im Trend, wie auch der Kreis meint, der die Maßnahme bezuschusst - mit gutem Grund.

Die hohe Bedeutung einer entsprechenden Infrastruktur für den Umstieg vom Auto auf den Zug lasse sich da erkennen, wo es bereits Radstationen und -parkhäuser gebe, heißt es in der Fortschreibung 2019 des Nahverkehrsplans des Kreises Unna. Dort ist auch schon nachzulesen, was die Nutzung kosten könnte.

So teuer ist die Nutzung der Radstation

Die Nutzung der Radstationen im Kreisgebiet sei kostenpflichtig, heißt es in dem im Juni verfassten Papier. Schüler bekämen einen Rabatt von 50 Prozent. Die Tageskarte fürs Fahrradparken kostet 1 Euro, die Monatskarte: 10 Euro, eine Jahreskarte: 100 Euro.

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Nutzer von Bahn- und Buslinien könnten Fahrräder zu einem günstigeren Tarif ausleihen. Die Radstationen böte zusätzlich den sogenannten Alle-Wetter-Fahrschein an.

Dabei habe der Nutzer die Möglichkeit, bei jeder Fahrt zwischen dem öffentlichen Personennahverkehr und einem Leihpedelec- oder -tourenrad zu wählen. „Für einen Preis von 25 Euro sind bis zu zehn Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr und fünf Ausleihen eines Fahrrads möglich.“ Dieses

Angebot gelte für Fahrten in einer Stadt. Für Fahrten bis in die Nachbarkommune betrage der Preis 35 Euro.

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