Brieftaubensport vorerst kein nationales Kulturgut

Der Brieftaubensport zählt in Deutschland vorerst nicht zum nationalen Kulturerbe. Ein entsprechender Antrag der Züchter wurde abgelehnt, wie die Kulturministerkonferenz am Dienstag mitteilte. Die Bewerbung habe sich nicht mit den gesellschaftlichen Kontroversen um Tierhaltung und -nutzung auseinandergesetzt, begründete die Auswahlkommission ihre Ablehnung. Auch finde keine Reflexion über eine angemessene und zeitgemäße Mensch-Tier-Beziehung statt. Tierschützer hatten die Bewerbung zuvor scharf kritisiert.

11.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen, wo der Sport im Ruhrgebiet stark verankert ist, wurde der Brieftaubensport bereits als Kulturerbe anerkannt. Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter äußerte sich enttäuscht und betonte, dass sich das Brieftaubenwesen „höchste Tierschutzstandards auferlegt“ habe. „Das Wohlergehen der Brieftauben steht für uns jederzeit im Vordergrund“, hieß es einer Stellungnahme. Eine erneute Bewerbung sei nicht ausgeschlossen.

In das nationale Verzeichnis des Kulturerbes wurden am Dienstag 16 Kulturformen und zwei Modellprogramme zur Erhaltung eines Kulturerbes aufgenommen. Unter den 16 schützenswerten Traditionen sind etwa das Drechslerhandwerk, das Augsburger Hohe Friedensfest oder die Handwerksmüllerei. Die 18 Neuaufnahmen wurden aus 64 Vorschlägen der Bundesländer ausgewählt.

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