Winter-Historie in Werne: 1709 erfroren sogar die Eichen und viele Obstbäume

dzWerner Winter-Historie

Schnee, Minusgrade, Glätte – doch das aktuelle Wetter, das den ein oder anderen bereits beunruhigt, ist gar nichts gegen so manchen strengen Winter in der Geschichte Wernes.

von Heidelore Fertig-Möller

Werne

, 24.01.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man die Chronik der Stadt Werne von den Vikaren Overhage und Brüggemann aus dem Jahre 1843 bezüglich der Winterverhältnisse in unserer Stadt in den vergangenen Jahrhunderten nachschlägt, wird man vor allem im 18. und 19. Jahrhundert fündig.

Winter-Historie in Werne: 1709 erfroren sogar die Eichen und viele Obstbäume

Dieses Bild der Westmauer stammt aus den 1930er-Jahren. © Förderverein Stadtmuseum

Da heißt es: „Im Jahre 1709 war vom Januar bis März eine so scharfe Kälte, dass die Bäume, besonders die Eichen, aber auch viele Obst- und Walnussbäume erfroren, ebenso das Korn auf dem Lande, so daß eine große Teuerung entstand.

Schlimme Kälte - Vieh und Menschen erfroren

Das Scheffel Roggen kostete in Werne 21 Schillinge, der Weizen aber 1 Reichstaler und 7 Schillinge. Vieh und Menschen erfroren - in hundert Jahren soll die Kälte nicht so groß gewesen sein.“

„Im Jahre 1740 war der Winter in Werne so streng, daß Rübsamen und andere Früchte erfroren. Das Scheffel Roggen kostete damals zu Werne 1 Reichstaler und 7 Schillinge, das Scheffel Weizen 2 Reichstaler und 14 Schillinge, das Scheffel Gerste 1 Reichstaler, ein Scheffel Hafer 30 Stüber und ein Fuder Heu 18 Reichstaler.“

Winter in der Kriegsjahren 1813/1814

In den Kriegsjahren 1813 und 1814, als Werne zunächst von den französischen Truppen besetzt war und zum Großherzogtum Berg mit der Hauptstadt Dortmund, danach wieder zum preußischen Territorium gehörte und all die Titulatoren, Präfecten, Maire und Municipalitäten erneut umgewandelt wurden in Landesdirektoren, Landräten, Bürgermeister und Bezirke, heißt es in der Chronik:

Winter-Historie in Werne: 1709 erfroren sogar die Eichen und viele Obstbäume

Winterlicher Blick auf die Horne. © Förderverein Stadtmuseum

„Täglich wurde aber jetzt die Nähe des Krieges fühlbarer, Krieger der verschiedensten Nationen und Trachten kamen und gingen, Wagentransporte in unermeßlicher Menge wurden gefordert.

Ein Glück war, dass im Winter die Vorsehung bis tief in den März 1814 durch die strenge Eiseskälte in Werne und Umgebung eine so herrliche Frostbahn unterhielt und dadurch die schlechtesten Wege in die trefflichsten Chausseen umwandelte.“

Wintersturm beschädigt stark das Dach der Christophorus-Kirche

Als letztes erfährt man aus der Chronik von Overhage und Brüggemann, die ihr Werk dann im Jahre 1843 enden lassen, dass „im Jahre 1837 das Dach der hiesigen Pfarrkirche St. Christophorus durch einen heftigen Schneesturm sehr stark beschädigt wurde, obwohl es erst vier Jahre vorher ganz mit neuem Schiefer belegt worden war. Nun musste es wieder neu gedeckt werden, was erheblich Reparaturkosten verursachte“.

Wenn bei uns gerade eine kleine Frostperiode herrscht mit nur wenigen Graden unter Null, so sollte man an die früheren Zeiten denken ohne Zentralheizung, ohne beheizbare Fahrzeuge, Thermowäsche und dergleichen.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen