Wie präsent sind Schwerter Politiker auf sozialen Netzwerken?

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Hierzulande sind mehr als 32 Millionen Menschen auf Facebook aktiv. Das ist mehr als jeder dritte Bürger in der Bundesrepublik. Schwerter Politiker gehören jedoch so gut wie gar nicht dazu.

Schwerte

, 04.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Die direkte Kommunikation zwischen Politikern und Wählern spielt auf sozialen Netzwerken eine immer wichtigere Rolle. Gerade angesichts einer weitverbreiteten Politikverdrossenheit. In Schwerte ticken die Uhren jedoch anders, zumindest wenn man sich die Online-Auftritte der Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Schwerter Stadtrat anschaut.

Drei von fünf sind weder auf Facebook, Twitter, Instagram oder Youtube vertreten. Dazu zählen Andreas Czichowski (WfS), Dieter Reichwald (Die Linke) und Andrea Hosang (Bündnis 90/Die Grünen). Deren digitale Präsenz gleicht einer Wüste. Dabei gehören soziale Netzwerke längst zur politischen Kommunikation.

Persönlicher Kontakt statt Online-Kommunikation

Andreas Czichowski (WfS) sagt dazu: „Der Wert sozialer Netzwerke erschließt sich mir nicht.“ Er bevorzuge den persönlichen Kontakt mit den Bürgern und begründet damit seine digitale Abwesenheit. In der Partei gebe es aber auch jüngere Mitglieder wie Jonas Becker, die online unterwegs seien.

Dieter Reichwald (Die Linke) sieht es ähnlich. Auch er ziehe es vor, mit den Bürgern direkt in Kontakt zu treten. Seine Distanz gegenüber sozialen Netzwerken bringt er noch deutlicher zum Ausdruck: „Sie spielen für mich keine Rolle. Ich habe sie bisher nicht vermisst und habe kein Bedürfnis nach zusätzlichen Freunden.“

Wie präsent sind Schwerter Politiker auf sozialen Netzwerken?

© Grafik: Hasken/Klose

Andrea Hosang (Bündnis 90/Die Grünen) nutzt soziale Netzwerke zwar privat, aber nicht politisch. Sie verweist darauf, dass „die Social-Media-Kommunikation der Partei insgesamt, regelmäßig in den gemeinsamen Sitzungen besprochen und bearbeitet wird.“

Zwei der Schwerter Fraktionsvorsitzenden verfügen immerhin über ein eigenes Facebook-Profil: Marco Kordt (CDU) und Angelika Schröder (SPD). Kordt betont: „Facebook spielt für mich eine wichtige Rolle, um politische Themen zu transportieren und mich selbst über politische Themen zu informieren.“ Schröder war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Landes- und Bundespolitiker nutzen Social Media stärker

Auffällig ist der Unterschied zwischen der digitalen Präsenz Schwerter Lokalpolitiker und den Schwerter Volksvertretern auf Landes- und Bundesebene. Der Bundestagsabgeordnete Oliver Kaczmarek (SPD) ist auf allen relevanten Online-Kanälen unterwegs, sei es Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube. Und er nutzt sie, um politische Inhalte zu posten.

Wie präsent sind Schwerter Politiker auf sozialen Netzwerken?

© Grafik: Hasken/Klose

Die Aktivitäten des Bundespolitikers im Vergleich zu den lokalen Akteuren erklärt sich nicht zuletzt dadurch, dass Kaczmarek hauptamtlich Politiker ist. Und dass er deshalb über mehr finanzielle und personelle Mittel verfügt.

Social Media schafft direkten Kontakt zu den Bürgern

Dies wird auch deutlich am Beispiel des Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke (SPD). Er beschäftigt sogar einen Mitarbeiter, der seine Social-Media-Auftritte pflegt. Ganzke ist auf Facebook sowie auf YouTube vertreten und sagt zur seiner Präsenz auf den Plattformen: „Wir nutzen sie um aktuelle Inhalte und Themen, schnell und transparent zu veröffentlichen. Da längst nicht alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über einen Zugang zu den lokalen Printmedien verfügen, bietet das Internet mit seinen Möglichkeiten eine gute Gelegenheit, zusätzlich über die eigene Arbeit in der Landespolitik zu berichten.“

Die Landtagsabgeordnete Susanne Schneider (FDP) ist - abgesehen von YouTube - auf allen sozialen Netzwerken unterwegs. Sie ist von deren Bedeutung und Notwendigkeit überzeugt: „Heutzutage muss man diese Kanäle nutzen, um über die politische Arbeit zu informieren, da nicht mehr alle Menschen mit den klassischen Medien zu erreichen sind. Es vergeht eigentlich kein Tag - außer vielleicht in Urlaubszeiten - an dem ich nicht auch über die Sozialen Netzwerke kommuniziere.“

Kommentar

Schwerter Politiker bleiben hinter ihren digitalen Möglichkeiten

Gerade in Zeiten von Fakenews und Politikverdrossenheit bieten soziale Netzwerke Politkern die Möglichkeit, direkt mit den Wählern in Kontakt zu treten und von der politischen Arbeit aus erster Hand zu informieren. Die Lokalpolitiker in Schwerte sind jedoch so gut wie gar nicht auf sozialen Netzwerken vertreten. Die Landes- und Bundespolitiker aus dem Kreis Unna nutzen hingegen unterschiedliche Online-Auftritte, sei es Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube. Das ist kein Wunder, denn Politiker aus den höheren Ebenen verfügen über mehr personelle und finanzielle Ressourcen, um die Online-Auftritte zu pflegen. Aber Schwerter Politiker müssen sich die Kritik gefallen lassen, dass jeder ohne größeren Aufwand einen Facebook-Account einrichten und verwalten kann. Bisher bleiben viele Schwerter Politiker hinter ihren digitalen Möglichkeiten zurück. Said Rezek

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