Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

dzUmfrage zum Fest

Die zehn größten Lüner Unternehmen beschäftigen circa 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Haben die eigentlich alle Weihnachtsgeld bekommen? Wir haben nachgefragt.

Lünen

, 24.12.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sie sind die größten Arbeitgeber der Stadt: St.-Marien-Hospital, Remondis, Aurubis, Caterpillar, Stolzenhoff, Gebäudereinigung Schneider + Ehret, Bäckerei Kanne, Siba, Lieken Backwaren und die EBG Group. Diese Firmennamen hat uns die Wirtschaftsförderung Lünen auf die Frage nach den zehn Lüner Unternehmen mit den meisten Mitarbeitern genannt.

Wir wollten wissen, ob die Schwergewichte der Lüner Wirtschaft auch Weihnachtsgeld zahlen. Die Antwort lautet: Ja, fast alle tun es. Und manche packen sogar noch was drauf. Aber es gibt eine große Ausnahme. Und nicht alle Firmen wollten über Geld reden. Hier die Angaben der Unternehmen - und das, was wir noch in Erfahrung bringen konnten:

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Mit Ausnahme der Ärzte haben die Beschäftigten des St.-Marien-Hospitals Weihnachtsgeld bekommen. Die Ärzte erhalten es Monat für Monat als Aufschlag aufs Gehalt. © Foto Klinikum Lünen

  • St.-Marien-Hospital (circa 1400 Beschäftigte): Durchschnittlich 73 Prozent eines Monatsbruttos haben die Mitarbeiter erhalten, mit Ausnahme der Ärzte. Bei denen wird das frühere Weihnachtsgeld auf 12 Monate verteilt und erhöht so das jeweilige Monatsbrutto. Circa 5 Millionen Euro Arbeitnehmerbrutto hat das Krankenhaus an Weihnachtsgeld ausgezahlt, so Klinikum-Chef Axel Weinand. Es gelten die Arbeitsvertragsrichtlinien des deutschen Caritasverbandes.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Die Lüner Hauptverwaltung des Recyclingmultis Remondis. Man sei tarifgebunden und zahle nach Tarif, so das Unternehmen. © dpa

  • Remondis (circa 1400 Beschäftigte): Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Gesellschaften und Niederlassungen lasse sich die Frage nach dem Weihnachtsgeld nicht pauschal beantworten, teilt Sprecher Michael Schneider mit. Man sei tarifgebunden und zahle Weihnachtsgeld gemäß den Tarifbestimmungen. „Überwiegend“ sei man an den Tarifvertrag des BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft) gebunden. Der sieht ein Monatsentgelt vor. Beschäftigte, die seit Anfang 2009 eingestellt wurden, erhalten 60 Prozent. Zur Gesamtsumme des ausgezahlten Weihnachtsgeldes macht Remondis keine Angaben.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Die Beschäfigten von Aurubis, hier das Werk in der Kupferstraße, erhalten Weihnachtsgeld über Tarif. © Aurubis

  • Aurubis (629 Beschäftigte): Über 118,75 Prozent des monatlichen Tarifentgelts dürfen sich die Mitarbeiter freuen. Es gilt der Tarifvertrag Chemie. 95 Prozent des Monatsbruttos sind Tarifleistung. Darauf legt Aurubis noch 25 Prozent „aufgrund betrieblicher Regelungen“ drauf. Zur Gesamtauszahlungssumme macht der Kupfer-Recycler keine Angaben.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Einfahrt zum Caterpillar-Werk in Wethmar. Das Unternehmen zahlt Weihnachtsgeld nach Tarif. © Peter Fiedler

  • Caterpillar (circa 600 Beschäftigte): Laut Metalltarifvertrag gibt es 55 Prozent Weihnachtsgeld nach 36 Monaten Beschäftigung. Caterpillar hat dafür circa 1,5 Millionen Euro ausgezahlt, so der Lüner Werkschef Thomas Reuß.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Die Firma Schneider und Ehret aus Brambauer zahlt kein Weihnachtsgeld. Weil es der Tarifvertrag nicht vorsieht. © Magdalene Quiring-Lategahn

  • Schneider + Ehret GmbH (450 gewerbliche Beschäftigte überwiegend in Teilzeit oder Minijobs und 12 Angestellte): Weihnachtsgeld gibt es nicht, weil der Tarifvertrag des Gebäudereiniger-Handwerks das derzeit nicht vorsehe, teilt das Unternehmen mit Sitz in Brambauer mit.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

In der Bäckerei Kanne gibt es zum Weihnachtsgeld noch einen Torten-Gutschein. © Storks

  • Bäckerei Kanne (380 Beschäftigte): Es gibt ab siebenmonatiger Betriebszugehörigkeit Weihnachtsgeld nach dem Manteltarifvertrag für das Bäckerhandwerk, „gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit, unabhängig vom monatlichen Entgelt“, teilt Kanne mit. Summen nennt das Unternehmen nicht. Der Tarifvertrag sieht zwischen 210 und 550 Euro vor. Zusätzlich zum Weihnachtsgeld bekommen die Kanne-Beschäftigten einen Gutschein für eine Torte, so die Bäckerei.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Bei Siba gibt es eine Sonderleistung, die an die Fehlzeiten gekoppelt ist. © Peter Fiedler

  • Siba (370 Beschäftigte): Nach dem Metalltarifvertrag gibt es bis zu 55 Prozent eines Bruttomonatsgehalts. Dieser Höchstsatz wird nach drei Jahren Betriebszugehörigkeit erreicht. Siba packte noch eine freiwillige Sonderleistung von bis zu 1070 Euro pro Beschäftigten plus maximal drei freie Tage zusätzlich drauf. Die Sonderleistung ist an geringe Fehlzeiten gekoppelt, so Siba. Für Weihnachtsgeld und Sonderleistung (ohne freie Tage) zahlte das Unternehmen 837.000 Euro.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Bei der EBG gelten unterschiedliche Regelungen, je nachdem, ob eine Tarifbindung gilt oder nicht. © Magdalene Quiring-Lategahn

  • EBG Group (210 Beschäftigte): Zwischen 25 und 55 Prozent eines Monatsbruttos beträgt das Weihnachtsgeld nach Mitteilung der EBG je nach Betriebszugehörigkeit, Tarifbindung bzw. individueller Vereinbarung. Circa 320.000 Euro hat die EBG Group ausgezahlt. Von den 210 Mitarbeitern am Standort Lünen sind laut EBG 140 tarifgebunden.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Der Weihnachtsbaum leuchtet vor dem Firmensitz von Stolzenhoff in Brambauer. Offiziell äußert sich das Unternehmen nicht zum Thema Weihnachtsgeld. © Magdalene Quiring-Lategahn

  • Stolzenhoff: „Nach Absprache mit unserem Betriebsrat und der Geschäftsleitung, sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns zu diesem Thema nicht äußern möchten“, teilt Jan Stolzenhoff für das Unternehmen mit. Wie unsere Redaktion aus Belegschaftskreisen erfuhr, wurde aber Weihnachtsgeld gezahlt. Seniorchef Helmut Stolzenhoff bestätigte zudem, dass ein Haustarifvertrag abgeschlossen wurde, der zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Zur Zahl der Beschäftigten am Standort Lünen machte das Unternehmen keine Angaben.

Wie es die größten Arbeitgeber Lünens mit dem Weihnachtsgeld halten

Im Lüner Lieken-Werk wird laut Gewerkschaft NGG nach Tarif gezahlt. © Peter Fiedler

  • Lieken AG: Man äußere sich grundsätzlich nicht zu Vergütungssystemen der Mitarbeiter, teilte das Unternehmen mit. Wie Manfred Sträter (Geschäftsführer der Gewerkschaft NGG in Dortmund) auf Anfrage erklärte, ist der Brot- und Backwarenhersteller tarifgebunden und zahlt Weihnachtsgeld. Laut Tarifvertrag für die Brot- und Backwarenindustrie betragen Urlaubs-/Weihnachtsgeld 115 Prozent eines tariflichen Monatseinkommens. 50 Prozent wurden laut Sträter als Urlaubsgeld gezahlt, 65 Prozent jetzt als Weihnachtsgeld. Zur Zahl der Beschäftigten im Werk Lünen machte Lieken keine Angaben. Sträter (NGG) schätzt sie auf circa 500.
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