Wie ein Messer und ein Feuereisen für ein familiäres Gemeinschaftserlebnis sorgen

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Zwischen den Jahren ist die stille Zeit? Nicht wenn im Spieldorf Argeste Väter und Söhne schmieden.

30.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Den hellen, harten Ton des Schmiedehammers hört man schon auf dem Parkplatz des Elsebades. Und wenn man am Becken mit dem im Winter grünen Wasser vorbei über die kleine Brücke geht, riecht es stechend nach Holzkohlefeuern. Zum Abschluss des Jahres im mittelalterlichen Spieldorf Argeste wird geschmiedet. Und zwar von Vätern und Söhnen.

Gleiche Startbedingungen für Kinder und Erwachsene

Die Idee dahinter erläutert Olaf Knöppges, Museumspädagoge und Urgestein des historischen Spiels in Schwerte. „Wir wollten etwas Generationenübergreifendes machen, am besten für Vater und Söhne“, sagt er. Denn die verbrächten oft nicht viel Zeit gemeinsam. Und bei Schmieden sei es ja so, dass die Startbedingungen für beide gleich sind. Denn kaum einer der Väter habe da Vorkenntnisse.

Das kann Carsten Messner bestätigen. Er feuert mit dem handbetriebenen Blasebalg ein kleines Holzkohlefeuer an, in dem ein etwa 30 Zentimeter langes, flaches Stück Eisen liegt. Als das Eisen rot glüht, entnimmt er es mit einer Zange und versucht, es in Form zu bringen. „Das soll ein Vierkant werden“, erklärt er. Davon ist das Material noch weit entfernt. „Beim Olaf sieht das immer so einfach aus.“ Sohn Jasper (11) feilt derweil am selbst geschmiedeten Messer. Er ist überzeugt, dass er noch einige Zeit brauchen werde, bis die Klinge wirklich scharf ist. „Ein Viertel schmieden, drei Viertel schleifen, lautet die Faustregel“, wirft Olaf ein. Am Ende sollen alle Teilnehmer des Workshops, der am Samstag und am Sonntag stattfindet, mit einem Messer und einem Feuereisen nach Hause gehen. Bei Letzterem handelt es sich um ein Oval aus vierkantigem Eisen, in dem man mit einem Feuerstein Funken schlagen kann.

Zu Mittag gibt es belgischen Eintopf

Wer hart arbeitet, soll auch gut essen. In einer der Hütten köchelt deshalb über dem offenen Feuer Stump, ein belgischer Eintopf aus Wirsing, Möhren und Kartoffeln. Um kurz vor 14 Uhr wird aus stilechten einfachen Tonschalen gegessen. Auch das gehört zum Erlebnis für Väter und Söhne.

Bei Carsten, der eigentlich Gärtner ist, und Jasper war es der Sohn, der unbedingt seinem Vater mal das historische Dorf zeigen wollte. „Bei anderen ist es auch mal so, dass die beiden von der Mutter geschickt werden“, sagt Olaf schmunzelnd.

Eine Damaszener-Klinge braucht viel Zeit

Und dann ist da noch Burak, der den Tag mit Schleifen verbringt. Der 30-jährige Polizeibeamte hat in einem anderen Workshop ein Messer aus 14-lagigem Damaszenerstahl geschmiedet, das er jetzt mühevoll und aufwendig schleift. Und nach Olafs eins zu drei Viertel Theorie hat er da auch noch einige Stunden vor ich.

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