Wie ein Lüner Projekt Kindern hilft, mit der Drogensucht ihrer Eltern klarzukommen

Suchthilfe erhält Auszeichnung

Die Suchthilfe Lünen hat in den vergangenen Jahren Kinder von Suchterkrankten mit in ihren Blickwinkel genommen. In dieser Woche erhielt sie dafür eine besondere Auszeichnung.

von Lena Zschirpe

Lünen

, 21.09.2019, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie ein Lüner Projekt Kindern hilft, mit der Drogensucht ihrer Eltern klarzukommen

Die Suchthilfe Lünen nahm in dieser Woche das Siegel von FitKids entgegen (v.l.): Martin Hundt, Walter Küpp-Farke, Martin Peukert (Fitkids), Susanne Roters, Olaf Weißenborn, Sandra Groß (Fitkids). © Lena Zschirpe

Die gemeinnützige Gesellschaft für Suchthilfe hat in den vergangenen drei Jahren an einem Coaching-Prozess durch das Projekt FitKids teilgenommen, welches Kinder aus belasteten Suchtfamilien stärken und unterstützen soll. Das Coaching lehrt unter anderem, den Hilfebedarf von Kindern besser wahrzunehmen und das Thema „Sucht“ innerhalb der Familie zu enttabuisieren.

Für ihren erfolgreichen Abschluss des Coachings nahm die Einrichtung in dieser Woche das Siegel des bundesweiten Projektes FitKids entgegen. Mit dem Coaching sollen Kinder von Suchterkrankten mit in den Blick von Beratungsstellen genommen werden.

„Wir haben mithilfe von FitKids gelernt, wie man Jugendgefährdung einschätzen kann, dabei kommen die Kinder aber nicht mit in die Beratungen. Das ist etwas, was die Eltern immer noch für sich selbst tun“, so Sozialpädagogin Susanne Roters. „Es geht vielmehr darum, die Suchterkrankten auch in ihrer Rolle als Elternteil zu begleiten.“ Für Betroffene gäbe es über die Suchthilfe auch die Möglichkeit der anonymisierten Beratung durch das Jugendamt.

Aspekt Kind neu in der Suchthilfe

„Kinder haben bis vor drei Jahren in der Suchtberatung eigentlich keine Rolle gespielt“, erklärt Sozialarbeiter Matthias Hundt. „Wir haben dann anfangen zu erfassen, wie viele Kinder in Lünen betroffen sind. Aktuell sind es 120 Kinder die in direkten Kontakt mit Suchterkrankten stehen oder mit ihnen leben.“

In NRW arbeiten bisher rund 45 Beratungsstellen mit FitKids zusammen. „Kinder müssen psychoedukativ lernen, was Drogen mit ihren Eltern machen. Wir haben festgestellt, dass es für viele Kinder befreiend ist, zu sehen, dass sie nicht alleine sind“, erklärt Sandra Groß, die Projektkoordinatorin von FitKids.

Die Suchthilfe Lünen organisiert seit vergangenem Jahr gemeinsame Aktionen und Treffen für die betreuten Familien. „Wir wollten den Kindern auch etwas bieten und die Familien auf anderem Wege erreichen. Vor Weihnachten gab es zum Beispiel eine Fotoaktion, bei der professionelle Familienfotos gemacht wurden“, erzählt Hundt. „Auch ein Ausflug in den Dortmunder Zoo wurde gut angenommen. Für uns war es schön, die Eltern und Kinder anders wahrzunehmen.“

Die Zusammenarbeit soll Eltern auch die Angst davor nehmen, sich Beratung und Hilfe zu suchen. „Wir wollen wir nie gegen die Familien arbeiten, sondern immer dafür, dass das Kindeswohl innerhalb der Familie gefördert werden kann“, erklärt Sozialtherapeut Olaf Weißenborn.

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