Wie die Schwerter CDU zum Thema Bundesvorstand abstimmen würde

dzBundesparteitag der CDU

Wenn nur Schwerter Christdemokraten den neuen Bundesvorsitzenden wählen dürften, wäre das Ergebnis eindeutig. Einer von zwei heimischen Wahlberechtigten will allerdings anders abstimmen.

Schwerte

, 07.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Etwa am Freitagmittag wählen die Delegierten beim Bundesparteitag der CDU in Hamburg einen neuen Vorsitz. Ginge es nach den Schwerter Christdemokraten wäre das Ergebnis mehr als eindeutig. Bei einer Probeabstimmung am vergangenen Donnerstag bei der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes stimmten Zweidrittel der anwesenden 75 CDU-Mitglieder für Annegret Kramp-Karrenbauer. Ein Drittel entschied sich für Friedrich Merz und ein Christdemokrat favorisierte Jens Spahn.

Eindeutige Stimmungslage an der Basis

Das spiegelt die Stimmungslage an der Parteibasis in Schwerte gut wieder. Denn viele Christdemokraten hier fühlen sich dem Arbeitnehmerflügel der Partei verbunden. „Ganz eindeutig: AKK“, antwortet der Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion, Marco Kordt, auf die Frage nach seinem Favoriten. „Von denen, die zur Auswahl stehen, ist das die beste Kandidatin“, so Kordt. Sie habe schon in der Funktion als Ministerpräsidentin uneitel regiert.

Zudem sei sie die Kandidatin, die die größte Chance habe, die Parteiflügel zusammenzuführen. Dass die Partei dringend eine Erneuerung brauche, sei offensichtlich. Auch wenn Kordt findet, dass Merkel vieles richtig gemacht habe, sei es jetzt an der Zeit, die Weichen zu stellen. „Ältere Wähler sind wichtig, aber wir müssen auch Angebote für jüngere Wähler machen“, so Kordt. Auch Ratsherr Hans-Georg Rehage sieht in Annegret Kramp-Karrenbauer die richtige Kandidatin für den Bundesvorsitz.

Böckelühr und Wulff fahren nach Hamburg zum Parteitag

Ob die beiden Delegierten aus Schwerte das Votum der heimischen Mitglieder weitertragen, ist fraglich. Alt-Bürgermeister Heinrich Böckelühr ist einer von beiden. Er erklärte am Donnerstag: „Ich bin insoweit festgelegt, dass ich auf jeden Fall ‚westfälisch‘ wählen werde. Ansonsten schaue ich mir morgen früh die Vorstellungen der beiden westfälischen Kandidaten an und treffe eine abschließende Entscheidung.“ Und die beiden westfälischen Kandidaten sind nun mal der Münsteraner Jens Spahn und der Sauerländer Friedrich Merz. Mit letzterem verbindet Böckelühr, der am Freitag 57 Jahre alt wird, eine gemeinsame Vergangenheit in der Führung der Jungen Union.

Wie die Schwerter CDU zum Thema Bundesvorstand abstimmen würde

Heinrich Böckelühr wählt am Freitag in Hamburg mit. © Bernd Paulitschke

Mehr miteinander reden

Auch der Bundesvorsitzende der Senioren Union, Professor Otto Wulff, gehört zu jenen 1001 Parteimitgliedern, die den oder die neue Vorsitzende wählen dürfen. Er ist wie alle Parteimitglieder nicht an ein Votum seiner Organisation gebunden, sondern darf frei entscheiden. „Wir haben uns im Vorstand der Partei und der Seniorenunion natürlich schon ein Meinungsbild gemacht“, so Wulff. Doch es sei eine geheime Wahl, deshalb wolle er seinen Kandidaten nicht in der Öffentlichkeit nennen. Dass sich etwas in der Partei ändern müsse, findet auch der Vorsitzende der Seniorenunion. „Wir müssen wieder mehr unmittelbar mit den Menschen reden und nicht im Fernsehen bei Diskussionsrunden miteinander“, so Wulff.

Wie die Schwerter CDU zum Thema Bundesvorstand abstimmen würde

Dr. Otto Wulff im Interview © Bernd Paulitschke

Eine Stimme spricht für Spahn

In Schwerte gehört Carsten Böckmann, sachkundiger Bürger im Generationenausschuss und als Sozialpolitiker im Kreis tätig, eine Ausnahme. Er unterstützt Jens Spahn, der für ihn vor allem nicht für ein weiter so stehe. „Außerdem leistet er gute Arbeit als Gesundheitsminister.“ Grundsätzlich sei es aber vor allem gut für die Partei, dass es überhaupt so einen demokratischen Wettbewerb gebe.

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