Wie die Gemeinschaftskasse einer WG

dzKreisumlage

Geht es um die Finanzierung des Kreises, fallen viele Fachbegriffe. Dabei ist es am Ende völlig unkompliziert – und ein bisschen wie in einer Wohngemeinschaft.

Kreis Unna

, 04.09.2019, 15:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit der Kreisumlage verhält es sich ein bisschen wie in einer Wohngemeinschaft. Jeder verdient sein eigenes Geld und kann damit im Prinzip auch machen, was er will – bis auf einen Obolus für die Gemeinschaftskasse. Der ist nötig, um Anschaffungen und Fixkosten zu bezahlen. Und weil finanziell nicht alle Mitbewohner gleich gut gebettet sind, wird ein Prozentsatz als Beitrag festgelegt. Nicht aus der Luft gegriffen, sondern anhand der tatsächlichen Kosten berechnet.

Belastung in Relation zum Einkommen

Das klingt komplizierter, als es ist. Ein Beispiel. Drei Mitbewohner einer WG verdienen 1000, 2000 beziehungsweise 3000 Euro; in Summe also 6000 Euro. Für die monatlichen Anschaffungen und Fixkosten der WG sind 600 Euro nötig. Das entspricht zehn Prozent der gesamten Einnahmen. Und das bedeutet: Wenn jeder Mitbewohner zehn Prozent seiner Einkünfte in die Gemeinschaftskasse zahlt (100, 200 beziehungsweise 300 Euro), reicht das, um die Kosten zu tragen. Der Clou ist, dass jeder gleichermaßen belastet wird. Denn würde man die Kosten einfach durch drei teilen, müsste jeder 200 Euro abdrücken – und das fiele dem mit dem geringsten Einkommen naturgemäß viel schwerer als dem mit dem größten.

Der Rechenweg bleibt immer derselbe

Steigen die Kosten bei gleichbleibenden Einkünften, verändert sich auch der Prozentsatz. In dem WG-Beispiel würden Kosten von 1000 Euro bei Gesamteinnahmen von 6000 Euro einen Prozentsatz von 16,67 Prozent ergeben; die Mitbewohner müssten also 166,70 Euro, 333,40 Euro beziehungsweise 500,10 Euro in die Gemeinschaftskasse zahlen. Steigen nicht die Kosten sondern die Einkünfte, sinkt der Prozentsatz, obwohl der absolute Beitrag jedes Einzelnen unverändert bleibt. Angenommen die Gehälter aller Mitbewohner verdoppeln sich in Summe auf 12.000 Euro, dann müsste jeder fünf Prozent seines Gehaltes abgeben, damit 600 Euro für die Ausgaben und Fixkosten zusammenkommen.

Das steckt hinter „Umlagegrundlage“ und „Hebesatz“

Übertragen auf die kommunale Familie heißt das: Die Städte und Gemeinden sind die WG-Bewohner, der Kreis verwaltet die Gemeinschaftskasse. Die Einnahmen der Städte und Gemeinden sind die sogenannte Umlagegrundlage und setzen sich aus Steuern und Schlüsselzuweisungen zusammen. Damit der Kreis Unna seine Aufgaben erfüllen kann, braucht er einen gewissen Betrag. Daraus berechnet sich der sogenannte Hebesatz; also der prozentuale Anteil, den die Kommunen von ihren Einnahmen abgeben müssen.

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