Wie der „Ruhrtaler“ den Einzelhandel in Schwerte verändern soll

Alternative Währung

Eine neues Bezahlsystem soll für Schwerter Einzelhändler und auch für Bürger nützlich sein. An der Idee wird noch gefeilt - und die Initiatoren suchen noch Unterstützer.

Schwerte

, 24.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie der „Ruhrtaler“ den Einzelhandel in Schwerte verändern soll

Tom Damm (M.), Ursula Dören (l.) und Ingrid Roth-Bußmann (r.) suchen Schwerter, die den "Ruhrtaler" realisieren wollen. © Aileen Kierstein

Chiemgauer, Bürgerblüte oder Realo: Was es schon in vielen Städten in Deutschland gibt, könnte bald auch in Schwerte Realität werden. Die Rede ist von einer sogenannten Regionalwährung, die hier in vielen lokalen Geschäften den Euro ersetzen würde.

„Ruhrtaler“ - so könnte die Regionalwährung für Schwerte heißen. Und genau diese Idee soll gemeinsam mit Bürgern, Einzelhandel und Politik in der Zukunft umgesetzt werden. „Wir sind mit der Idee noch ganz am Anfang und wollen jetzt Schwerter gewinnen, die das Projekt mit uns realisieren“, so Pastor Tom Damm, der gemeinsam mit Ursula Dören, Thorsten Eisenmenger und Ingrid Roth-Bußmann eine Arbeitsgruppe gegründet hat.

Man könne den Ruhrtaler als eine Art Upgrade des „Schwerte Gutscheins“ verstehen, mit dem man in Schwerter Geschäften einkaufen kann. International und auch in anderen deutschen Städten funktioniert das Prinzip so: Die Regionalwährung kann 1:1 gegen die nationale Währung getauscht werden – also ein Ruhrtaler gleich ein Euro.

Ruhrtaler bleibt in der Stadt und stärkt Einzelhandel

Der Vorteil: „Das Prinzip ist stark an die Realwirtschaft gebunden. Das Geld bleibt im engen Kreis und auch im Umlauf, man spart einen Ruhrtaler nicht“, erklärte Ingrid Roth-Bußmann bei der Vorstellung des Projekts. Schwerter, die mit dem Ruhrtaler bezahlen, würden also die lokalen Einzelhändler unterstützen und damit die Wirtschaft vor Ort stärken.

Die Idee, in Schwerte eine eigene Währung einzuführen, steht noch ganz am Anfang. Deswegen sucht die Arbeitsgruppe noch Unterstützung und hat Informationsveranstaltungen und Workshops an folgenden Terminen organisiert:

  • Um erst einmal mit dem Thema warm zu werden, wird am 23. Oktober (Mittwoch) der Dokumentarfilm „Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen“ im Gemeindezentrum St. Viktor, Am Markt 11, gezeigt.
  • Später hält Komplementärwährungsexperte Jens Martignoni einen Vortrag unter dem Titel „Geld und Gemeinschaft - braucht Schwerte eine alternative Währung?“, am 22. November von 19 bis 21 Uhr.
  • Der Vertiefungs-Workshop „Wie gründet man eine alternative Währung?“ mit Martignoni findet am darauffolgenden Tag, 23. November (Samstag) von 10 bis 13 Uhr statt.
  • Beide Veranstaltungen finden ebenfalls im Gemeindezentrum von St. Viktor, Am Markt 11, statt. Eine Anmeldung zum Workshop ist nötig und muss bis zum 1. November bei Pastor Damm (Tel. 0173 945 16 78 oder tom-damm@evangelische-kirche-schwerte.de) erfolgen.

Bis dahin hofft die Arbeitsgruppe um Pastor Damm, außerdem noch die Stadtverwaltung und viele Einzelhändler mit ins Boot zu holen.

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