Wie Lüner mit ausgedienten Handys Bienen und Hummeln helfen können

dzVerbraucherserie

Jedes Jahr ein neues Handy – die neueste Technik ist für viele Verbraucher ein Muss. Für die Umwelt wäre es allerdings besser, wenn die Handys nicht nur eine Saison lang genutzt werden.

Lünen

, 02.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was man Sinnvolles mit dem ausgedienten Mobiltelefon machen und was man sonst noch im Alltag für die Umwelt tun kann, erklären die Berater der Verbraucherberatung und Vertreter der Lüner Initiative gegen globale Armut (Liga) in unseren Fragen und Antworten.

? Was kann man Sinnvolles mit dem ausgedienten Handy oder Tablet tun? Seit 2006 werden die Geräte in der Lüner Verbraucherberatung, Kirchstraße 12, gesammelt. Und zwar für eine Aktion des Naturschutzbund Deutschlands (Nabu). Wurden die Handys früher nur Ende des Jahres gesammelt, kann man seit einiger Zeit die ausgedienten Geräte das ganze Jahr über bei der Verbraucherberatung abgeben. Bis zu diesem Jahr gab es die Aktion „Alte Handys für die Havel“. Seit diesem Jahr lautet das Motto „Handys für Hummel, Biene & Co.“.

Wie Lüner mit ausgedienten Handys Bienen und Hummeln helfen können

Renate Brinkmann (v.l.) freut sich mit Jutta Gülzow, Gabriele Schiek und Joachim Blome von der Liga über die vielen Handys, die für das Insektenschutz-Programm des Nabu gesammelt wurden, © Beate Rottgardt

? Wie können alte Handys für Aktionen des Nabus nützlich sein? Ist das Handy nicht mehr nutzbar, gehört es nicht in die Mülltonne, sondern muss als Elektroschrott beim Wertstoffhof landen. Oder in den Sammelkartons für den Nabu oder eine andere gemeinnützige Organisation. In den Handys stecken noch beispielsweise seltene Erden oder andere Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Für jedes gesammelte Handy erhält der Nabu eine Pauschale von Telefonanbietern. Dieses Geld wurde viele Jahre für die Renaturierung der unteren Havel eingesetzt. Nun geht es in den Insektenschutz. Das Ehepaar Renate und Burkhard Brinkmann sammelt für den Nabu die Handys ein – schon seit vielen Jahren.

? Wie viele Handys wurden 2019 bei der Verbraucherberatung Lünen gesammelt? Bis einschließlich November landeten 339 Handys in der Sammelbox. „Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass wir die Handys hier sammeln. Manche Leute kommen mit einem alten Handy, andere auch mit mehreren“, so Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung. Entsorgen sollte man Handy und Tablet erst dann, wenn man sie wirklich nicht benötigt. Jutta Gülzow: „Der beste Ressourcenschutz ist natürlich, die Geräte so lange wie möglich zu nutzen. Man kann ein noch funktionstüchtiges Handy auch verkaufen oder verschenken, wenn man ein Neues kaufen will.“ Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland rund 100 Millionen Althandys in den Haushalten irgendwo herumliegen.

? Kann man nur Handys, Smartphones und Tablets abgeben? Nein, bei der Sammlung werden auch Netzteile, Ladekabel und Headsets angenommen.

? Was kann man sonst noch im Alltag für die Umwelt tun? Hierfür hat die Liga die mittlerweile 3. überarbeitete Auflage eines Ratgebers herausgebracht – mit dem Titel „Weniger ist fair“. Die Broschüre ist in einer Auflage von 2500 Stück erschienen. „Die beiden ersten Broschüren haben wir in einer Auflage von jeweils 1000 Stück herausgebracht“, so Gabriele Schiek von der Liga. Enthalten sind Tipps für nachhaltige Möglichkeiten, den eigenen Alltag zu gestalten. Gabriele Schiek: „Die Menschen sollen ihre persönliche Strategie entwickeln und vielleicht auch ihr Kaufverhalten ändern, damit sie umweltbewusster kaufen.“

? Gibt es Beispiele für so ein bewussteres Verhalten? Man solle sich immer überlegen, ob man ein Produkt länger nutzen kann, ob es immer die neueste Version sein muss. Oder ob man immer ein eigenes Gerät braucht. So könnten sich Nachbarn einen Rasentrimmer teilen und gemeinsam nutzen. Gabriele Schiek: „Das spart Geld und Ressourcen und stärkt auch noch die Nachbarschaft.“ Der Liga sei es bewusst, dass alles nur schrittweise geht – auch das Verändern der eigenen Gewohnheiten. „Wenn es kleinteilig ist, so wie in der Broschüre beschrieben, kann es auch für mehr Leute interessant sein“, hofft Joachim Blome von der Liga.

Hier geht es zu den bisher erschienenen Tipps unserer Serie:

Hier bekommt man die Broschüre

Erhältlich ist „Weniger ist fair“ im Rathaus, in der Verbraucherberatung, in Büros der Kirchengemeinden St. Marien und der evangelischen Kirchengemeinde Lünen St. Georg sowie in der Stadtbücherei.
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