Wie Langzeitarbeitslose und Arbeitgeber vom Sozialen Arbeitsmarkt profitieren können

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Es sind Geschichten wie die von Christian Kalinowski, die Jobcenter-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep gerne hört. Stehen sie doch beispielhaft für gute Arbeit seiner Behörde, für mustergültige Integration in den Arbeitsmarkt.

Unna

, 08.07.2019, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von der guten Konjunktur und dem Job-Boom der vergangenen Jahre haben mit zeitlicher Verzögerung auch Langzeitarbeitslose profitiert, von denen es laut aktueller Statistik im Juni 2019 kreisweit noch exakt 5293 gab. Zum Vergleich: Im Juni 2018 waren im Kreis Unna noch 5997 Menschen mindestens ein Jahr am Stück arbeitslos. In der Stadt Unna sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen binnen eines Jahres von 668 (Juni 2018) auf 605 (Juni 2019).

Mindestens Mindestlohn, meist Tariflohn

Seit Anfang dieses Jahres steht mit dem Sozialen Arbeitsmarkt eine neue Fördermöglichkeit zur Verfügung, die Langzeitarbeitslosen den Einstieg erleichtern soll. Die Jobs sind sozialversicherungspflichtig, in der Regel Vollzeit und werden garantiert mit dem gesetzlichen Mindestlohn, oft sogar dem jeweiligen Tariflohn vergütet. Die Arbeitsverhältnisse können über bis zu fünf Jahre laufen, wobei die

Lohnkosten in den ersten beiden Jahren komplett vom Staat übernommen werden. Ab dem dritten Jahr muss der Arbeitgeber einen Eigenanteil von zunächst 10 Prozent aufbringen, im vierten Jahr 20 und im fünften Jahr 30 Prozent.

Frühzeitig Rücklagen für den Eigenanteil bilden

Das ist für gemeinnützige Arbeitgeber, die keine eigenen Einnahmen erwirtschaften, nicht ganz leicht. Man müsse auf jeden Fall frühzeitig Rücklagen für den Eigenanteil bilden, empfiehlt Jessica Mense vom Freibadverein. Der Verein finanziert das Bad neben den Tageseinnahmen über Mitgliedsbeiträge und Spenden, und weiß für den Notfall auch die Stadt Unna im Rücken. Dass das Programm „Sozialer Arbeitsmarkt“ über fünf Jahre und damit vergleichsweise lange läuft, findet Mense gut. „So ist mehr Kontinuität gegeben, als wenn Sie immer wieder neue Leute anlernen müssen.“

Übernahme von Weiterbildungskosten und persönliche Begleitung

Uwe Ringelsiep vom Jobcenter appelliert an Arbeitgeber, die Fördermöglichkeiten zu nutzen. Neben den Lohnkostenzuschüssen würden auch Weiterbildungskosten übernommen und der Arbeitnehmer in Form eines Coachings begleitet. 326 Stellen im Sozialen Arbeitsmarkt seien aktuell kreisweit schon besetzt, rund 50 noch frei. Die Arbeitgeber-Hotline des Jobcenters ist erreichbar unter Tel. (02303) 27 37 47, E-Mail jobcenter-kreis-unna@jobcenter-ge.de

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