Wie Judith Stephan aus Lünen im Bezirk Hellweg Schützengeschichte schrieb

dzNeue Vorsitzende

Mit Judith Stephan wurde das erste Mal eine Frau zur Vorsitzenden des Schützen-Bezirks Hellweg gewählt. Ist das noch etwas besonderes? Wir haben nachgefragt.

von Antonia Gutzmann

Lünen, Nordlünen

, 14.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Frau steht zum ersten Mal an der Spitze des Schützen-Bezirks Hellweg. Seit Samstag (7.9.) vertritt Judith Stephan die rund 12.000 Schützen des Bezirks. Sie hat das Amt von ihrem Vorgänger Arnold Kottenstedde übernommen.

Im Interview spricht sie über ihre Arbeit im Verein und das Schützenwesen.


Wie kommt es, dass vorher nie eine Frau als Vorsitzende gewählt wurde?

Es hat sich nie eine Frau zur Wahl gestellt. Teilweise war die Position auch sehr lange von der gleichen Person besetzt. Bei uns gibt es zwar alle drei Jahre demokratische Wahlen, aber häufig gibt es keinen Gegenkandidaten und der Vorsitzende wird wiedergewählt.

Haben Sie mit Ihrer Wahl gerechnet?
Ich hatte tatsächlich einen Gegenkandidaten. Aber die Arbeit in den letzten zwölf Monaten als stellvertretende Vorsitzende und vorher in anderen Positionen im Vorstand haben mir bei meiner Vorbereitung sehr geholfen.

Wie viel Zeit nehmen Ihr Hobby als Sportschützin und das Amt in Anspruch?
Ohne den sportlichen Teil, also nur mit dem traditionellen bin ich ungefähr vier bis sechs Stunden in der Woche beschäftigt. Wenn ich das Training und Wettkämpfe mit dazu zähle, komme ich auf ungefähr zehn bis zwölf Stunden wöchentlich.

Hat der Bezirk und ihr Verein mehr Männer oder Frauen als Mitglieder?

Der Bezirk Hellweg hat ca. 60 Prozent männliche und 40 Prozent weibliche Mitglieder. Insgesamt haben wir sieben Bezirke, ich kann da jetzt natürlich nur für den Bezirk Hellweg sprechen.

Sehen Sie es als etwas Besonderes an, als Frau gewählt zu werden?

Als erste Frau gewählt zu werden ist natürlich für mich etwas Besonderes. Aber zwei weitere Bezirke werden ja ebenfalls schon von Frauen geführt. Wir sind mit beiden Geschlechtern gut aufgestellt, denke ich.

Möchten Sie in Ihrem Bezirk als Vorsitzende gerne etwas ändern?
Jeder sollte seine eigenen Fußstapfen hinterlassen. Man sollte die Traditionen wahren, immerhin gehört das Schützenwesen zum Unesco-Welt-Kulturerbe. Für die Tradition und den Sport zukunftsorientiert zu arbeiten ist wichtig, um Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen.


Seit wann sind Sie Schützin und in einem Verein tätig?

Ich bin von der Familie geprägt. Mein Papa und mein Onkel waren beide im Schützenwesen tätig. 2008 bin ich in den Schützenverein Wethmar eingetreten, 2011 in den Sportschützenverein Nordlünen-Alstedde. 2013 bin ich auch dort dem Traditionsverein beigetreten. Es ist einfach wichtig, offen zu sein. Es gibt so viele Facetten des Schützenwesens, wo es sich lohnt diese kennen zu lernen. Gerade das Engagement der Schützenvereine wird häufig unterschätzt.

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