Wichtiger US-Glyphosat-Prozess von Bayer wird vertagt

Aufschub für Bayer: Der nächste US-Prozess um mögliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter wird vertagt. Statt im August soll das Verfahren nun im Januar stattfinden, wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch bestätigte. Zuvor hatten das US-Blog „Right to Know“ und die „Wirtschaftswoche“ entsprechend berichtet. Ein konkretes neues Datum für den Prozessauftakt dürfte der zuständige Richter Brian May der Gerichtssprecherin zufolge Ende der Woche bestimmen.

07.08.2019, 19:33 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wichtiger US-Glyphosat-Prozess von Bayer wird vertagt

Ein Bayer-Logo an der Konzernzentrale in Leverkusen. Foto: Julian Stratenschulte/Archivbild

Gründe für die Verschiebung wurden nicht genannt. Auch ein Bayer-Sprecher konnte dazu auf Nachfrage keine Angaben machen. Ob noch andere Verfahren vertagt werden, blieb zunächst unklar. In dem ursprünglich für August angesetzten Prozess macht die Klägerin den Unkrautvernichter Roundup des 2018 von Bayer übernommenen Herstellers Monsanto für ihre Erkrankung an Lymphdrüsenkrebs verantwortlich. Die Gerichtsverhandlung findet in St. Louis statt - der Agrarmetropole, in der Monsanto 1901 gegründet wurde und seinen Hauptsitz hatte.

Es wäre nach bereits drei von Bayer in erster Instanz verlorenen Glyphosat-Prozessen mit Schadensersatzforderungen im jeweils mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich die vierte US-Gerichtsverhandlung. Während die Leverkusener bislang klare Kante zeigten und vor Berufungsgerichte ziehen wollen, gingen zuletzt immer mehr Analysten davon aus, dass es früher oder später zu einer Einigung mit den Klägern kommen dürfte. Angesichts von zuletzt 18 400 Klägern rechnen Experten mit mehreren Milliarden Euro kosten.

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