Werner Tankstellen akzeptieren beim Verkauf von Shop-Artikeln teils nur noch Bargeld

dzKartenzahlung

Immer mehr Bürger greifen an der Kasse zur Karte statt zum Bargeld. Das geht einfacher und schneller – bei Werner Tankstellen allerdings teils nur noch mit Einschränkung.

von Julian Reimann

Werne

, 16.11.2018, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank waren im Jahr 2017 52 Prozent aller Transaktionen Kartenzahlungen. Damit stieg der Anteil in den letzten zehn Jahren um mehr als 20 Prozent an.

Viele Kunden erwarten daher, dass Händler die Kredit- bzw. EC-Karte als Zahlmethode akzeptieren. Ganz egal, ob es sich dabei um teure Artikel oder um ein einzelnes Teil im Supermarkt handelt. Die Werner Tankstelle „Elan“ an der Stockumer Straße hat sich nun jedoch dagegen entschieden, für das gesamte Angebot die Kartenzahlung zuzulassen.

Artikel aus dem Shop nur noch gegen Bares

Kunden der Tankstelle werden darauf hingewiesen, dass Artikel aus dem Tankstellenshop nicht mehr mit Karte gezahlt werden können. Auch nicht in Kombination mit einer Tankfüllung. Eine einzelne Tankfüllung kann jedoch weiterhin mit der Karte gezahlt werden. Dieser Schritt wirkt, in Anbetracht der Transaktionsentwicklung in Deutschland, auf den ersten Blick fast schon wie ein Rückschritt.

Allerdings gilt es zu beachten, dass die Zahlung mit der Karte für den Kunden zwar einfacher und unkomplizierte sein kann, für die Tankstelle jedoch oft ein Verlustgeschäft bedeutet. Denn jedes Mal, wenn ein Kunde mit seiner Karte bezahlt, entstehen für den Händler, in dem Fall dem Tankstellenbetreiber, Kosten.

Hohe Kosten für die Betreiber

Diese Kosten setzen sich aus verschiedenen Punkten zusammen. Neben einer Gebühr für das Kartenlesegerät, die unabhängig von der Häufigkeit der Nutzung anfällt, werden Gebühren an Kreditinstitute fällig. Teuer für den Händler werden die Kreditkarten vor allem durch die sogenannte Intercharge-Gebühr: Bei jeder Karten-Transaktion zahlt der Händler einen individuell ausgehandelten Prozentsatz an die jeweilige Kreditbank.

Und die können es in sich haben. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt der Tankstellenbetreiber der „Elan“, dass je nach Artikel eine Gebühr von 30 bis 70 Cent anfällt. Wird der Betrag mit der Marge verrechnet, kann es vorkommen, dass die Betreiber bei dem Verkauf mancher Artikel aus ihrem Shop sogar einen Verlust machen.

Verschiedene Zahlungsmodelle an Tankstellen

Größere Tankstellen haben das Problem nicht. Die Aral in Werne versicherte auf Nachfrage, dass jeder Betrag weiterhin mit Karte gezahlt werden kann, da die Transaktionskosten vom Unternehmen getragen werden. Die Tankstelle Dieckmann an der Werner Straße verfährt ähnlich wie Elan: Wer lediglich Waren aus dem Shop kauft, kann nicht mit Karte zahlen. Diejenige, die zusätzlich tanken, haben diese Möglichkeit allerdings schon. Als Grund für dieses Vorgehen nennt die Tankstelle Dieckmann ebenfalls die möglichen finanziellen Verluste durch die Transaktionskosten.

Bisher haben die Kunden bei „Elan“ und bei der Tankstelle Dieckmann mit Verständnis auf die Änderungen reagiert.

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