Werne-Skyline: Herbert Aprill will seine Holzkunst nicht mehr nur für sich selbst produzieren

dzKunsthandwerk

Nicht in Stein gemeißelt, aber immerhin in Holz gefräst: Wernes Skyline könnten Interessenten womöglich schon bald über die Touristinfo kaufen. Dafür sorgt Herbert Aprill mit seiner Fräse.

Werne

, 26.09.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Präzise dreht sich die feine Fräse in die fünf Millimeter dicke Sperrholzplatte. Es ist laut, es fliegen Späne - und es entsteht ein kleines Kunstwerk, bei dem manch einem Werner das Herz aufgehen dürfte.

Nach und nach sind die Fenster und Bögen des Rathauses zu sehen, dann der Turm von St. Christophorus und die Umrisse des Steinhauses. Kein Zweifel: Das kann nur die Skyline der Lippestadt sein. Und spätestens beim Blick auf den darunter ins Holz gefrästen Schriftzug ist auch der letzte Skeptiker überzeugt. „Werne an der Lippe“ steht dort.

Herbert Aprill (70) schaut sich diesen Prozess in Ruhe an. Zwischendurch wandert sein Blick immer mal wieder zum Laptop, der mit der CNC-Fräse verbunden ist. Hier werden der Entwurf für das Fertigungsstück sowie der Fortschritt des Arbeitsprozesses angezeigt. Nach gut 20 Minuten ist die Maschine fertig.

Werne-Skyline: Herbert Aprill will seine Holzkunst nicht mehr nur für sich selbst produzieren

Die Fräse leistet Millimeterarbeit. Skyline und der Schriftzug „Werne an der Lippe“ sind nach 20 Minuten fertig. Zuvor muss das Modell jedoch genauestens am Laptop entworfen werden. © Felix Püschner

Vom Computer und der Laubsäge zur CNC-Fräse

Jetzt noch die Stücke verleimen und schon ziert ein weiteres kleines Kunstwerk Aprills Wohnung. Diesmal ist es etwas zum Hinstellen und Bestaunen - nicht ganz so aufwendig wie die Uhren und Lampen aus Eiche, Sperrholz und Buche, auf denen ebenfalls die Werner Skyline prangt.

Als Aprill vor sieben Jahren in den Ruhestand ging, da sei schon längst klar gewesen, dass die Zeit nach seiner Tätigkeit im EDV-Bereich nicht so ruhig werden würde, wie bei anderen Rentnern. „Ich war mir sicher: Nichts zu machen ist nichts für mich. Also brauchte ich eine Alternative“, sagt der 70-Jährige.

Zunächst schrieb Aprill weiter Computerprogramme - für die Firmen seiner beiden Schwiegersöhne. Doch dann widmete er sich ganz dem Holz. Damit habe er schon immer gerne gearbeitet. Da habe man nämlich nach der Arbeit wirklich etwas in der Hand. Ganz anders als beim EDV-Kram.

Werne-Skyline: Herbert Aprill will seine Holzkunst nicht mehr nur für sich selbst produzieren

Steinhaus, Kirchturm und Rathaus - das sind die markanten Punkte der Werner Skyline. Aprill hat aber auch schon andere Varianten entworfen - etwa mit dem Sim-Jü-Riesenrad. © Felix Püschner

Vor gut einem Jahr hätte Aprill für Stücke wie die Werner Skyline noch mehrere Stunden mit der Laubsäge benötigt. Jetzt geht alles ganz fix. Dank der selbstgebauten Maschine. „Ich dachte mir, wenn ich einen Legobausatz mit meinem Enkeln zusammenbauen kann, dann klappt das bestimmt auch mit einer Fräse. Also habe ich mir einen Bausatz besorgt“, erklärt der Rentner.

Ganz so einfach habe das dann allerdings doch nicht funktioniert. Erst nach der Betrachtung etlicher Youtube-Videos, Unterstützung von Schwiegersöhnen und Bekannten sowie einer Werkstatt in Menden kam die Maschine so richtig ans Laufen. Und nun will Aprill nicht mehr nur für die eigenen vier Wände produzieren.

Von der Skyline über Teelichter bis zum Schlüsselbrett

„Ich habe schon mit dem Stadtmarketing gesprochen. Die fanden die Idee gut“, sagt der 70-Jährige. Gut möglich, dass einige seiner Stücke schon bald bei der Touristinfo ausgestellt werden: Die Werner Skyline als Aufsteller - teils sogar beleuchtet.

Aber auch Teelichter und Schlüsselbretter will Aprill noch konstruieren. Sie alle sollen einen Bezug zur Lippestadt haben. Auch wenn er in Lünen geboren sei, fühle er sich nämlich als Werner - und das solle auch in seinen Werken zum Ausdruck kommen.

Werne-Skyline: Herbert Aprill will seine Holzkunst nicht mehr nur für sich selbst produzieren

Ziemlich besinnlich: Einige Werke erhalten eine hübsche Beleuchtung, aus anderen wird sogar eine Uhr. © Felix Püschner

Die sollen Interessenten dann in naher Zukunft sogar kaufen können. Für eine einfache Skyline könne er sich einen Preis von 20 Euro vorstellen, für eine Lampe vielleicht 40.

Im Gegensatz zum Preis steht für den Rentner eine Sache aber schon fest: In die Massenproduktion will er nicht gehen: „Ich würde das eher auf Anfrage machen.“ Und gegebenenfalls würde er dann auch mal von seiner Linie abweichen. Es müsse ja nicht immer nur Rathaus, Kirchturm und Co. sein. „Wenn mir jemand eine Vorlage bringt, die sich gut umsetzen lässt, dann lässt sich das sicher einrichten“, so Aprill.

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