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Wenn uns der Bauch zwickt oder es rumort

Der Darm

Etwa acht Meter lang ist unser Darm. Wie wichtig er für uns ist merken wir oft erst, wenn er Probleme schafft, wenn er zwickt und rumort. Aufklären über den Darm, über Reizstörungen und weitere Befindlichkeiten will Dr. Kai Wiemer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am Hellmig-Krankenhaus.

Klinikum Westfalen
14.10.2019, 09:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wenn uns der Bauch
zwickt oder es rumort

Dr. Kai Wiemer, Chefarzt der Gastroenterologie am Hellmig-Krankenhaus Kamen bei einer Ultraschalluntersuchung. © Benito Barajas

Der Darm verarbeitet unsere Nahrung, produziert Hormone, ist wichtig für unseren Wasserhaushalt und den Schutz vor Krankheitserregern. Aber er will auch gut behandelt werden. Schließlich ist er anfällig für Erkrankungen, von der Magen-Darm-Grippe über Reizungen mit Verdauungsstörungen, Unverträglichkeiten, Polypen, Divertikelbildung, chronisch entzündliche Erkrankungen oder Krebs.

Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel mag unser Darm nicht. Eine hohe Dichte an Nervenzellen lässt unseren Darm auf Stress reagieren, zum Beispiel mit Durchfall in Prüfungssituationen. Der Darm kann aber auch Signale aussenden, die unser Wohlempfinden leiden lässt.

Ein beliebtes Thema für die Hilfsmittelwerbung ist aktuell der „Reizdarm“. Ihn prägt ein Beschwerdekomplex bei Ausschluss von anderen Erkrankungen wie Infektionen oder entzündlichen Erkrankungen. Die genauen Ursachen sind nicht völlig geklärt. Ernährungsweise, Stress und Bewegungsmangel gelten als Einflussfaktoren. Besonders aktive Darmnerven, die in engen Datenaustausch mit dem Gehirn treten, gelten ebenfalls als mögliche Erklärung. Wechselwirkungen mit der Psyche sind möglich. Darmstörungen können unser Empfinden beeinflussen.

Typische Begleiterscheinungen sind Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall oder ein Wechsel von beidem. Zu therapeutischen Möglichkeiten gehören nach sorgfältiger diagnostischer Abklärung Ernährungsumstellungen, Medikamente und psychologische Unterstützung.

Wunderpillen gibt es nicht, warnen Mediziner. Zum Ausschluss anderer Erkrankungen gehört oft eine Darmspiegelung, die heute weit weniger belastend ist, als dies ihr Ruf aussagt.

Gesunde Ernährung mit ausreichendem Anteil an Ballaststoffen sowie sorgfältiges Kauen helfen dem Darm bei seiner Arbeit. Regelmäßige Bewegung hilft auch der Verdauung auf die Sprünge

Die Beachtung des persönlichen Sättigungsgefühls ist wichtig, ebenso die Vermeidung einer hohen Belastung des Darms vor dem Schlafen und bei Stress und ganz allgemein bei Müdigkeit.

Bei erkannten Unverträglichkeiten sollten diese Stoffe gemieden werden.

Grundsätzlich sollten aber Maßnahmen wie Nahrungseinschränkungen und ins Besondere extreme Fastenaktionen nicht ohne fachliche Beratung erfolgen. Krankheitssymptome sollte man grundsätzlich ernst nehmen und ärztlich abklären. Gerade gegen Darmkrebs hilft zudem die Einhaltung von Vorsorgeempfehlungen.


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