Wenn das Geschenk nicht gefällt, passt oder funktioniert

dzVerbrauchertipp

Geschenke sind was Schönes. Was aber, wenn das Präsent unterm Baum doch nicht ins Schwarze getroffen hat, nicht passt oder sogar nicht funktioniert? Welche Rechte hat man da als Verbraucher?

Lünen

, 23.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Viele Verbraucher glauben, sie hätten ein Recht, gekaufte Ware umzutauschen. Doch das ist ein Irrtum, weiß das Team der Lüner Verbraucherberatung. Denn es gibt alle Jahre wieder Nachfragen von Verbrauchern. Gerade nach Weihnachten gibt es immer wieder Missverständnisse, wenn Geschenke dann doch nicht so gut ankommen, wie erhofft. Was man jetzt beachten sollte, erklären wir in Fragen und Antworten.

? Wie sieht es mit Umtausch aus, wenn das Geschenk nicht gefällt oder man es doppelt bekommen hat?

„Was ausgepackt auf dem Gabentisch nicht gefällt, kann nicht immer umgetauscht werden. Oft kommt es darauf an, ob der Verkäufer im Laden damit einverstanden ist“, sagt Angret Westermann von der Lüner Verbraucherzentrale. Käufer haben nicht automatisch ein Recht, eine geschenkte Ware umzutauschen. Wer sich nicht schon beim Kauf schriftlich hat zusichern lassen, dass man das Geschenk umtauschen kann, der hat möglicherweise schlechte Karten. Man ist dann auf die Kulanz des Händlers angewiesen. „Die Lüner Geschäfte sind da ziemlich kundenfreundlich“, so Jutta Gülzow, Leiterin der Verbraucherberatung,

? Wenn der Händler mit dem Umtausch einverstanden ist, bekommt man dann das Geld zurück?

Auch das hängt vom Händler ab. Oft ist es eher so, dass man das nicht passende Geschenk gegen andere Ware umtauschen kann oder einen Gutschein für einen anderen Kauf im Geschäft bekommt. Auf Auszahlung besteht kein Recht.

? Was sollte man künftig tun, wenn man sich nicht sicher ist, dass das Geschenk auch gefällt?

Man sollte schon beim Kauf sagen, dass es ein Geschenk und man sich unsicher ist, ob es gefällt und vereinbaren, dass der Beschenkte es umtauschen kann.

Wenn das Geschenk nicht gefällt, passt oder funktioniert

Angret Westermann: Umtausch weil Geschenke nicht gefallen, ist reine Kulanz der Händler, die dazu nicht verpflichtet © Verbraucherberatung

? Welche Rechte hat der Käufer, wenn das Geschenk defekt ist?

„Wenn die Spielekonsole streikt oder der Reißverschluss an der Ski-Jacke klemmt, haben Käufer klare Rechte gegenüber dem Verkäufer“, so Angret Westermann. Nach dem Kauf besteht zwei Jahre lang die Möglichkeit, Ansprüche beim Händler geltend zu machen.

? Und welche Rechte hat der Händler?

Bevor der Kunde den Kaufpreis der fehlerhaften Ware zurück bekommt oder mindern kann, muss er dem Händler die Möglichkeit geben, die Ware zu reparieren oder mangelfreien Ersatz zu liefern.

? Was ist, wenn es Streit wegen der mangelhaften Ware gibt?

Dann muss der Händler innerhalb der ersten sechs Monate nach dem Kauf nachweisen, dass die Ware einwandfrei war, als sie verkauft wurde. Bei schlecht verständlichen oder fehlerhaften Montage- oder Bedienungsanleitungen haftet der Verkäufer.

? Was muss man beachten, wenn ein Gutschein verschenkt wurde?

Dann sollte der Beschenkte unbedingt darauf achten, wann die Einlösefrist endet. Wenn nichts anderes vereinbart wurde oder auf dem Gutschein steht, gilt eine Frist von drei Jahren.

? Gelten andere Regelungen beim Kauf im Internet?

Da ist die Rückgabe von Geschenken einfacher. Fast jeder im Internet geschlossene Vertrag kann innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Widerrufen und die Ware zurückschicken kann man auch, wenn dem Beschenkten das Geschenk einfach nicht gefällt. Allerdings nur, wenn die 14-Tage-Frist an den Weihnachtstagen noch nicht abgelaufen ist.

Infos zu den Themen Kauf und Reklamation gibt es im Ratgeber „Meine Rechte bei Kauf und Reklamation - Basiswissen für König Kunde“ der Verbraucherzentrale NRW. Der Ratgeber kostet 9,90 Euro und ist in der Lüner Beratungsstelle, Kirchstraße 12, erhältlich.
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