Wenn Komplimente nerven: Union verliert gegen Eintracht

Den ersten Auswärtssieg der Saison verdankt Eintracht Frankfurt der größeren Effizienz. Mit dem Lob des befreundeten Trainers Adi Hütter kann Union Berlins Trainer Urs Fischer wenig anfangen. Denn auch für den Aufsteiger zählt zuerst das Resultat.

28.09.2019, 07:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn Komplimente nerven: Union verliert gegen Eintracht

Die Union-Spieler Robert Andrich (l) und Neven Subotic waren nach der 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt enttäuscht. Foto: Tom Weller

Erst die dritte Niederlage nacheinander trotz einer engagierten Vorstellung, dann ein Kompliment des gegnerischen Coachs, mit dem er auch noch befreundet ist: Für Union-Coach Urs Fischer war es ein Abend zum Vergessen.

„Auf der einen Seite ist es schön, wenn der gegnerischer Gegner Komplimente macht. Aber es ist auch das, was ein bisschen nervt“, sagte der Schweizer Fischer nach dem 1:2 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt, gecoacht von seinem guten Bekannten, dem Österreicher Adi Hütter.

„Am Schluss geht es um Punkte“, bemerkte der Trainer des Berliner Bundesliga-Aufsteigers: „Aber es ist auch wichtig, wie der Auftritt ist. Und der war gut. Da kannst du auch mal mit einer Niederlage umgehen.“ Fischer und Hütter kennen sich gut aus der Schweizer Liga.

Ihr erstes Aufeinandertreffen in Deutschland stimmte den Eintracht-Coach optimistisch für den nächsten Auftritt in der Europa League am Donnerstag bei Vitoria Guimaraes. Doch auch für Kollegen Fischer gab es nach eineinhalb hart umkämpften, mitunter aber auch chaotischen Stunden, ein Kompliment: „Ich glaube, dass hier noch einige Mannschaften Punkte liegenlassen werden“, sagte Hütter nach dem Fight vor 22.012 Fans im Stadion An der Alten Försterei. Seinen Profis blieb ein Punktverlust erspart, weil sie erstens den körper- und kampfbetonten Stil der Unioner annahmen. Und dann ihre reifere Spielanlage in Treffer verwandelten.

„Bei meinem Tor habe ich spekuliert. Das ist mein Job und von so etwas lebt man als Stürmer“, erklärte der Holländer Bas Dost, im Sommer für 7,5 Millionen Euro von Sporting Lissabon zurück in die Bundesliga gekommen. Das zweite Tor köpfte nach Traumflanke des Schweizers Djibril Sow der vom AC Mailand ausgeliehene Portugiese André Silva. „Es freut mich für Bast, nicht nur wegen des Tores, sondern weil er immer gearbeitet hat. Man sieht, dass er körperlich zugelegt hat. Und André hat trotz einer verpassten Chance nicht aufgehört zu fighten“, bemerkte Hütter zu seinem erfolgreichen Sturm-Duo.

„Am Schluss lag es daran, dass Eintracht nach der Pause effizienter war. Dass sie es eiskalt ausgenutzt haben, was wir zugelassen haben“, sagte Union-Trainer Fischer, betonte aber auch: „Es war ein toller Auftritt meiner Mannschaft. Es war die Reaktion, die wir uns nach Leverkusen auferlegt hatten.“

Auch Kapitän Christopher Trimmel hob das positive Urteil hervor: „Die Leistung hat gestimmt, es fehlen nur wirklich Kleinigkeiten. Da müssen wir ansetzen.“ Mit weiter nur vier Punkten bleibt Union im Tabellenkeller, für die Eisernen aber kein Grund zur Panik. „Wir sind Union Berlin, wir machen immer weiter“, unterstrich Abwehrmann Marvin Friedrich: „Wir wissen, wo wir herkommen. Wir wissen, welche Härte die Bundesliga für uns ist.“

„Bei Union kann man nicht schön spielen und gewinnen. Hier muss man hart arbeiten. Das haben wir als Mannschaft getan und verdient gewonnen“, sagte der starke Frankfurter Djibril Sow. „Wir haben nicht alles richtig gemacht, aber nicht unverdient gewonnen“, bemerkte Trainer Hütter und richtete nochmal nette Worte an seinen Kollegen Fischer: „Ich wünsche Urs und Union alles Gute.“

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