Welche der 420 Kanarien, Sittiche und Exoten sind reif für die deutsche Meisterschaft?

dzSchwerter Vogelschau

Aus dem halben Sauerland reisen die Züchter zu der Ausstellung im Schützenheim im Schwerter Ortsteil Geisecke an. Manche ihrer Tiere können die Besucher im Anschluss käuflich erwerben.

Geisecke

, 10.11.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es ist wieder Vogelschau des Kanarienzucht- und Vogelschutzvereins Schwerte. In der Schützenhalle Geisecke, Unnaer Straße, versammeln sich an diesem Wochenende 420 verschiedene Vögel und ihre Züchter. Insgesamt werden circa 30 Aussteller erwartet so, Jürgen Schiffer, Vorsitzender des Kanarienzuchtvereins. Sie sind fast alle aus dem Sauerland – wie Brilon oder Meschede zum Beispiel. Die Aussteller kommen aus diesem Umkreis, da die Veranstaltung eine Verbandsschau ist und der Verband sich aus das Sauerland bezieht, beschreibt Schiffer.

Ausgestellt werden drei verschiedene Arten: Kanarienvögel, Sittiche und Exoten wie Zebra- und Reisfinken. Auch Wachteln stehen zur Schau aus, werden aber nicht bewertet.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die originale Wellensittich-Nachzucht aus Australien. „Sie sind nahezu identisch zum Original“, sagt Schiffer fasziniert.

Kakadus sitzen auf dem Arm.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Besuch eines Graupapageien und zweier Kakadus. Sie kommen am Samstagmorgen als zusätzliche Attraktion für die privaten Besucher. Die Vögel sind handzahm und werden auf dem Arm ihrer Ausstellerin durch die Halle getragen. Vögel, die so zahm sind kosten um die 1.000 Euro, sagt Schiffer.

Am Freitag wurden die Vögel vorab schon von fünf Preisrichtern prämiert. Die Preisrichter bewerten die Vögel in zwei Gruppen: sogenannte Farb- und Positurvögel. Für die Farbvögel gibt es eine allgemeine Bewertungskarte, und die Positurvögel bekommen eine individuelle Karte, je nach Art. Bewertet wird unter anderem nach dem Gefieder, der Haltung, Größe, Form und der Kondition. Die Preisrichter geben dann Punkte in der jeweiligen Kategorie.

Vögel müssen absolut gesund sein.

„Wichtig ist, das jeder Vogel zu 100 Prozent gesund ist. Ist dies nicht der Fall, fährt der Züchter sofort mit dem kranken Tier nach Hause“, erzählt Schiffer. Es wird dann auch nicht bewertet.

Alle Ausstellungskäfige sehen gleich aus, damit sich die Züchter nicht erkennbar machen können. Die Preisrichter können so fair und unabhängig bewerten. Jede Box ist mit zwei Holzstäben, einer Trinkflasche und einer Futterschale ausgestattet. Alle Vögel bekommen einmal täglich Körnerfutter.

Doch die Tiere sind nur für die Schau in den Käfigen. Bei ihren Züchtern zu Hause haben sie alle eine große Voliere, sagt Schiffer.
Die Schau ist eine Art Vorprämierung für die deutsche Meisterschaft, welche in diesem Jahr in Bad Salzuflen stattfindet, erklärt Schiffer. Durch die Teilnahme an der Schau können die Züchter testen, ob es sich überhaupt lohnt, mit einem ihrer Tiere an der deutschen Meisterschaft teilzunehmen.

Schiffer züchtete schon als Zehnjähriger.

Die Weltmeisterschaft, die oftmals weit entfernt – wie in Brasilien – stattfindet, findet in diesem Jahr in Holland, genau gesangt in Breda, statt. Durch die kurze Entfernung, nehmen viele Deutsche teil, so Schiffer.

Auch er hat die Kanarienzucht als sein Hobby erkannt. „Als zehnjähriger kleiner Junge habe ich damit angefangen“, sagt er stolz. Die Zucht beginnt im Frühjahr um Ostern herum und geht zehn bis zwölf Wochen lang, je nach dem ob man ein oder zwei Zuchten macht. Sie besteht darin, die Tiere paarweise zusammen zu setzen. Dies passiert in einer Zuchtbox von einem Meter mal 50 Zentimetern Größe, erklärt Schiffer.

Die Vogelschau ist am Samstag, 10. November, und Sonntag, 11. November, von 10 bis 17 Uhr in der Schützenhalle Schwerte Geisecke, Unnaer Straße 60a. Der Eintritt kostet zwei Euro, für Kinder ist er frei. Kaffee und Kuchen gibt es auch.

Vom Erlös werden Nistkästen gekauft.

Der Erlös geht an den Vogelzucht- und schutzverein Schwerte. Der Verein nutzt die Summe dann unter anderem für Nisthöhlen, erklärt Schiffer. Er betreut aktuell fünf Schwerter Friedhöfe, die alle mit Nistkästen ausgestattet sind. Einmal im Jahr, im Frühjahr, müssen die Kästen für die Brut gereinigt und gelegentlich erneuert werden. Jährlich im März kauft der Verein dafür fünf bis zehn Stück. Ein Nistkasten kostet circa 30 Euro, so Schiffer.

Am Sonntag, im Anschluss der Veranstaltung, findet eine Verkaufsbörse statt. Dann können die Vögel käuflich erworben werden. Ein Kanarienvogel kostet durchschnittlich 20 Euro, so Schiffer.

Von Carolin Lehnert

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