Weihnachten nur mit Weihnachtsstern: Die wichtigsten Tipps vom Experten aus Bork

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Er gehört zur Advents- und Weihnachtszeit genauso wie Tannengrün, Kerzenduft, Lichterglanz und leuchtende Kinderaugen: Der Weihnachtsstern. Aber wo kommt er her und was muss beachtet werden?

von Maria Niermann

Bork

, 08.12.2019, 13:46 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es gibt ihn als kleines Pflänzchen für den Schreibtisch bis hin zum Busch, der alle Augen auf sich zieht. Aber wie funktioniert das eigentlich mit diesem Weihnachtsstern? Wir haben bei Blumen Ahland in Bork nachgefragt. Immerhin heißt es auf deren Homepage, dass die Familie Weihnachtssterne aus der eigenen Gärtnerei anbietet.

„Wir arbeiten mit Stecklingen“, sagt Firmenchef Jörg Ahland. Wie in vielen anderen Bereichen werde auch im Gartenbau arbeitsteilig gearbeitet. „Es gibt Betriebe, die sich auf die Anzucht von Stecklingen spezialisiert haben. Bei diesen Jungpflanzen-Firmen kaufen wir diese ein.“

Bereits Anfang des Jahres stehen die wichtigsten Entscheidungen an

In seinem Betrieb an der Lünener Straße seien es mehr als 40.000 Stecklinge, sagt er. Das sei aber keine ungewöhnliche Größenordnung, damit befinde er sich im Mittelfeld. Welche Stecklinge, welche Sorte, welche Größe er beim Anzuchtbetrieb ordert - all das entscheidet Jörg Ahland am Anfang eines Jahres.

Weihnachten nur mit Weihnachtsstern: Die wichtigsten Tipps vom Experten aus Bork

In den Gewächshäusern von Blumen Ahland gedeihen von Mitte eines Jahres bis spätestens zum Dezember ein Meer von Weihnachtssternen. © Blumen Ahland

Auch hier gilt der Spruch: Nach der Saison ist vor der Saison. Die Familie muss dann abschätzen wie die Verbrauchernachfrage in der nächsten Saison sein wird. Priorität bei den Eigenschaften der Pflanze habe eine gut Haltbarkeit beim Kunden, Farbe und Form der Pflanze, aber auch eine gute Handhabung für den Gärtner.

Stecklinge werden zunächst getopft, dann gegossen und mit Nährstoffen versorgt

„Wir müssen die Pflanze ja kultivieren – und in dieser Hinsicht sollte sie nicht zu anspruchsvoll sein“, so der Fachmann. Kultivieren heißt für das Team um Irene und Jörg Ahland: Die Stecklinge werden zunächst getopft, dann gegossen und mit Nährstoffen versorgt, sie werden gestutzt und – nachdem sie ausgetrieben und größer geworden sind - müssen sie aufgrund des höheren Platzbedarfs zwischendurch gerückt werden.

Geliefert und gesetzt werden die Stecklinge jeweils in der Jahresmitte, von Ende Juni/Anfang Juli bis Ende Juli. Mit unterschiedlichen Sorten und später auch mit der sogenannten satzweisen Schattierung der Gewächshäuser, reguliert der Gärtner den Zeitpunkt, wann die Pflanzen verkaufsfertig sein werden und auch die Größe des verkaufsfertigen Weihnachtssterns.

Ab Ende Oktober fragen Kunden nach Weihnachtssternen

Denn die ersten Weihnachtssterne – groß oder klein - werden Ende Oktober verlangt, andere erst im Dezember. „Wir müssen Ende Oktober genauso frische Pflanzen liefern wie am 1. Advent“, so Jörg Ahland.

Insgesamt verkauft Blumen Ahland dreiviertel der Weihnachtssterne im Zeitraum von Totensonntag bis zum 2. Advent. „Vorher und nachher geht nicht so viel über die Theke.“ Der größte Teil der Weihnachtssterne aus dem Betrieb Ahland wird allerdings nicht am Standort Bork verkauft, sondern auf dem Blumen-Großmarkt in Dortmund.

Weihnachten nur mit Weihnachtsstern: Die wichtigsten Tipps vom Experten aus Bork

Der Weihnachtsstern in einer prächtigen Dekoration. © Blumen Ahland

„An fünf Tagen in der Woche bin ich ab 3.30 Uhr morgens in Dortmund“, sagt Jörg Ahland. Dort verkauft er dann an die Wiederverkäufer. „Der Blumenhändler kauft seinen Tagesbedarf in der Regel frisch ein“, sagt der Gärtnermeister.

Blume wird auch gerne zum Geburtstag verschenkt

Er fährt zum Großmarkt, mit seinem Team kultiviert er die Pflanzen, seine Frau Irene ist in Bork für die Vermarktung der Blumen verantwortlich. „Der Weihnachtsstern ist eine traditionelle Pflanze. Für viele gehört er einfach an die Krippe, muss neben dem Adventskranz stehen oder wird immer zum Geburtstag Ende November verschenkt. Immer.“ Das weiß sie aus Kundengesprächen. Froh ist sie darüber, dass die Tendenz zu Farben, die die Kultur nicht hergibt, im Moment vorbei ist.

Weihnachtssterne werden auch eingefärbt

„Blau ist beispielsweise sehr schwierig. Dazu wird ein weißer Weihnachtsstern eingefärbt.“ Ihre Familie habe diesen Trend eigentlich nicht mitmachen wollen. „Aber wenn dann der zehnte Kunde auftaucht und einen blauen Weihnachtsstern wünscht, was sollen wir denn da machen?“, sagt sie.

Insgesamt sei es aber der rote Weihnachtsstern, der offensichtlich die weihnachtliche Atmosphäre schaffe „Bei der Farbe bleibt es eher traditionell. Mehr als 80 Prozent unserer verkauften Ware ist rot.“

Was ist bei der Pflege des Weihnachtssterns zu beachten?

„Wie alle blühenden Pflanzen benötigt der Weihnachtsstern einen hellen Standort, er darf nicht zu kalt stehen, keine Zugluft bekommen, bei Kälte besonders beim Lüften aufpassen“, rät Jörg Ahland.

„Er sollte mäßig, aber regelmäßig gegossen werden, darf nicht austrocknen und nicht in Nässe stehen.“ Der Absatz des Weihnachtssterns sei zwar leicht rückläufig, „aber er ist immer noch eine der am meisten verkauften Topfpflanzenkultur“, sagt er.

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