Wegen schlechten Wetters: Honigernte in NRW sinkt deutlich

Rund 100 000 Honigbienen-Völker gibt es in NRW, die Nachfrage nach heimischem Honig ist hoch. Nun dürfte das Angebot erstmal sinken. Doch Besserung ist schon in Sicht.

15.08.2019, 15:13 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wegen schlechten Wetters: Honigernte in NRW sinkt deutlich

Eine Honigbiene sitzt auf Bienenwaben. Foto: Cindy Riechau/Archivbild

Nordrhein-Westfalens Imker haben in diesem Frühjahr deutlich weniger Honig geerntet als zuvor. Im Schnitt brachte jedes abgeerntete Bienenvolk mit der Frühtracht 13,4 Kilo Honig ein und damit ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor (20,2 Kilo). Das ergab eine Umfrage des Mayener Fachzentrums Bienen und Imkerei in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Imkerbund mit Sitz in Wachtberg bei Bonn. 1355 Imker aus NRW hatten daran teilgenommen. Der Bundesschnitt lag bei 15,1 Kilo Honig pro abgeerntetem Volk.

Auffällig war zudem, dass jeder vierte Imker (27 Prozent) in Erwartung mickriger Ergebnisse auf die Ernte verzichtete und den Honig im Bienenstock ließ. Die NRW-Landwirtschaftskammer bewertete die Ernte als „ernüchternd“. Die Kammer erklärte das Minus unter anderem mit einem Rückgang der Raps-Anbaufläche.

Das Fachzentrum wiederum begründete die Einbußen mit schlechtem Wetter. Dadurch seien die Bienen weniger umhergeflogen. Ob die Imker wegen knapper Bestände ihre Preise auf Wochenmärkten und anderswo deutlich anheben, ist noch indes unklar. Derzeit läuft noch die Sommertracht-Ernte, hier sieht es besser aus.

Dirk Franciszak, Vorstandschef vom Imkerverband Rheinland, sagte mit Blick auf die Frühtracht. „Die Ernte im Rheinland war sehr schlecht, es gab kaum Erträge.“ Die Sommertracht-Ernte hingegen falle gut aus, aber die Frühlingseinbußen könnten nicht ausgeglichen werden. In NRW gibt es schätzungsweise 17 000 Imker, 9000 davon in Westfalen und Lippe und 8000 im Rheinland. In den meisten Fällen sind es Freizeit-Imker.

Weitere Meldungen
Meistgelesen