Wegen Kriegsverbrechen vor Gericht: Mann freigesprochen

Ein wegen Kriegsverbrechen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) angeklagter Mann aus Sri Lanka ist freigesprochen worden. Schon im Verlauf des Prozesses habe sich abgezeichnet, dass sich die Anklagevorwürfe nicht bestätigen würden, teilte das OLG am Montag mit. Die Staatsanwaltschaft hatte dem 37-Jährigen vorgeworfen, in seinem Heimatland für die terroristische Vereinigung „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ gekämpft und vor elf Jahren an der Hinrichtung von 15 gefangenen Soldaten der sri-lankischen Regierungsarmee mitgewirkt zu haben.

11.11.2019, 10:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wegen Kriegsverbrechen vor Gericht: Mann freigesprochen

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Dies hatte der Mann 2018 selbst ausgesagt, nachdem sein Asylgesuch in Deutschland abgelehnt worden war. Zu Prozessbeginn hatte er zerknirscht erklärt, das nur gesagt zu haben, um noch ein Asylfolgeverfahren zu bekommen. „Was das für Folgen für mich haben könnte, war mir nicht klar“, sagte er. Ihm hätte im Fall einer Verurteilung eine lebenslange Freiheitsstrafe gedroht.

Im Laufe des Prozesses vor dem OLG hatte der Senat bereits im Oktober den Haftbefehl gegen ihn aufgehoben, weil er keinen dringenden Tatverdacht mehr sah. Da der Mann aber wegen seiner eigenen falschen Angaben in Verdacht geraten war, steht ihm laut Gericht keine Entschädigung für die fast 15 Monate dauernde Untersuchungshaft zu.

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