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Waschmaschine im Schutzgebiet anstatt beim Wertstoffhof

Illegale Müllkippen

Der Hitze-Sommer hat viele Menschen einmal mehr für Themen wie Umwelt und Klimawandel sensibilisiert. Doch nicht bei allen kommt die Botschaft offenbar an. Schlimmer noch: Sie scheint ihnen egal zu sein.

Lünen

08.08.2018
Waschmaschine im Schutzgebiet anstatt beim Wertstoffhof

Gefühlt den gesamten Haushalt hat ein Unbekannter im Naturschutzgebiet Lippeauen nahe der Stadtgrenze zu Bergkamen entsorgt. Die illegale Müllkippe sorgte in den sozialen Netzwerken für wütende Kommentare – doch dass der Täter geschnappt wird, ist unwahrscheinlich. © Daniel Claeßen

Anders ist es kaum zu erklären, dass sich immer wieder wilde Müllkippen in Lünens Naturschutzgebieten finden. Der jüngste Fall: Auf einem Wanderweg in die Lippeauen, nahe der Stadtgrenze zu Bergkamen, hat ein Unbekannter – vermutlich mit tatkräftiger Hilfe – seinen halben Haushalt in den Wald gekippt. Waschmaschine, Kühlschrank, Regale und ein Schrank sind dort zu sehen. Wer sich von der Hammer Straße auf den Müllberg zubewegt, kann zudem diverse Plastiksäcke, Essensverpackungen und Kleidungsstücke in den Büschen und an den Ästen erkennen.

Geringe Müllgebühr

Die Aktion sorgt vor allem deshalb für Kopfschütteln (und bei einigen Wanderfreunden auch für eine gehörige Portion Wut), weil der Täter sich einige Mühe gemacht haben muss, um den Hausrat aufzuladen und hinter der Schranke im Waldgebiet auszukippen. Dabei hätte er mit der Hängerladung genauso gut zum Wertstoffhof der Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL) an der Josef-Rethmann-Straße fahren können, wo Sperrmüll bis zwei Kubikmeter für pauschal 5 Euro angenommen wird. Die Abgabe von Haushaltsgroß- und Kühlgeräten ist dort sogar kostenlos.

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Am Brückenkamp gibt es zudem das GWA-Wertstoffzentrum Nord, das im Gegensatz zum WBL-Wertstoffhof auch Bürger aus dem gesamten Kreis Unna nutzen können. Die Gebühren für Sperrmüll liegen je nach Abfallmenge zwischen 5 und 46 Euro, Elektrogeräte sind ebenfalls kostenlos.

Bußgeld bis 1500 Euro

Wer dennoch lieber in ein Naturschutzgebiet fährt, um seinen Müll illegal zu entsorgen, die Umwelt zu zerstören und seine Mitmenschen auf die Palme zu bringen, geht dann auch das Risiko ein, erwischt zu werden – was dann deutlich teurer ausfällt als die Gebühren beim Wertstoffhof. Laut Auskunft der Stadt Lünen liegen die Bußgelder zwischen 40 und 1500 Euro.

Zusätzlich stellen die Wirtschaftsbetriebe dem Übeltäter auch die Entsorgungskosten in Rechnung. Im Fall des 21-jährigen Dortmunders, der im September 2017 rund 1,4 Tonnen Müll am Kanal abgekippt hatte, waren das circa 500 Euro. Die Stadt selbst stellte ein Bußgeld über 1530 Euro in Aussicht – ob dies auch tatsächlich gezahlt werden musste, konnte Pressesprecherin Kerstin Schatz am Dienstag auf RN-Anfrage allerdings nicht bestätigen. Angesichts der wachsenden Zahl illegaler Müllkippen scheint die Wirkung zumindest nicht allzu abschreckend zu sein.