Was wirklich hinter den Baustellen und Verzögerungen auf dem Gleis nach Münster steckt

dzKolumne „Jetzt mal unter uns“

Baustelle auf dem Gleis zwischen Dortmund und Münster. Dass es auf der Strecke zu Problemen kommt, ist mittlerweile Alltag. Doch wie geht es weiter? Ein nicht ganz ernst gemeinter Ausblick.

Lünen

, 05.10.2019, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Eurobahn hatte es ja schon immer geahnt: Weil die Deutsche Bahn es mit normalen Methoden nicht hinbekommt, versucht das Unternehmen, seinen Konkurrenten durch Spezialmaßnahmen zu schädigen.

Nach dem Versand von mit Grippeviren infizierten Capri-Sonnen an alle Eurobahn-Lokführer („Ein Gruß an unsere Brüder und Schwestern im Geiste - fahrt weiter der Sonne entgegen!“) sowie der Gratis-Kiste Wodka für die Konstrukteure des Flirt-3-Triebwagens während der Bauphase fällt dem Irgendwann-bin-ich-ein-Börsenkonzern nun ein, dass man an der Bahnstrecke zwischen Dortmund und Lünen ja noch was reparieren muss.

Alles natürlich im Vorgriff auf die eigentliche Sanierung, die ab 2020 dazu führen soll, dass sich die Zahl der Berufspendler in den Wartezimmern neurologischer Praxen verdreifacht. Aber irgendwie will die Eurobahn nicht kleinbei geben. Folglich müssen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Geheimplan des Bundesverkehrsministeriums, aus der Schienenstrecke eine Fuhrt für Kutschen zu machen, doch noch bis 2035 realisieren zu können.

Gleisbesetzung zwischen Dortmund und Enschede

So soll es bei der Bahn Pläne geben, den Nahverkehrsverband Westfalen-Lippe (NWL) zu infiltrieren und der Eurobahn-Mutter Keolis anschließend die Strecke des RB50 wegzunehmen. Allerdings will man erst abwarten, ob der Testballon im Ruhrgebiet erfolgreich ist.

Natürlich hat die Eurobahn dieses Manöver auf dem Schirm. Für den Fall, dass der RB50 verloren geht, will man umgehend den RB51 im Handstreich übernehmen und das entsprechende Gleis zwischen Dortmund und Enschede besetzen. „Dann haben wir auch wieder funktionstüchtige Züge“, heißt es aus internen Kreisen.

Problem: Für den Plan fehlt der Eurobahn Personal. „Wie man eine Strecke mit möglichst wenig Lokführern bedient, wissen wir ja. Aber die Kontrolle der Stellwerke ist ein Problem“, zitiert ein Insider aus der Machbarkeitsstudie. Eine mögliche Lösung soll die Abkommandierung weiterer Lokführer sein. „Sind wir doch mal ehrlich: Für eine solche Strecke reicht einer aus, und vielleicht noch einer in Reserve“, so der Insider weiter.

Falsche Spurbreiten

Natürlich ist auch die Politik daran interessiert, dass es auf der Strecke des RB50 reibungslos läuft. Und weil den Abgeordneten in Berlin wegen des Hickhacks zwischen DB und Keolis der Kragen platzt, zwangsverpflichten sie ihre Ortsvereine und greifen selbst zur Schüppe, um das zweite Gleis zu realisieren.

Als sich das „Team Thews“ (SPD aus Lünen) und das „Team Sendker“ (CDU aus Warendorf) in Höhe Ascheberg treffen, stellen beide Seiten ernüchtert fest, dass sie unterschiedliche Spurbreiten verbaut haben. Man zieht sich zurück und berät, wen man dafür verantwortlich machen kann.

Währenddessen legen Deutsche Bahn und Eurobahn ihren Streit bei. Die Eurobahn operiert künftig von Lünen bis Ascheberg, dort müssen die Pendler auf das andere Gleis umsteigen und werden bis Münster von der Deutschen Bahn betreut. Der NWL führt für das Umsteigen das neue Pendler-Ticket ein, das zusätzlich zum Monatsticket für die Fahrt zwischen Dortmund und Münster gelöst werden muss. „Eine charmante Lösung, um die gestiegenen Energiekosten an die Kunden weiterzugeben“, sind alle Beteiligten zufrieden.

Weniger Pendler, mehr Kutschen

Wenige Monate später macht sich jedoch Ernüchterung breit: Die Zahl der Zuggäste reicht nicht aus, um die Kosten zu decken. Tatsächlich wird die Linie monatlich noch von rund 20 Personen benutzt, hauptsächlich Senioren mit künstlichen Hüftgelenken. Der Rest ist auf eine der Pferdekutschen umgestiegen. „Schneller und bequemer“, lautet das Urteil vieler Pendler.

Erste Bürgerinitiativen gründen sich, um aus der Bahnstrecke eine Fuhrt für Kutschen zu machen. Die Bahn jubelt.

Jede Woche sprechen Mitglieder der Redaktion Lünen „mal ganz unter uns“ über Dinge, die sie und Lünen bewegen. Mal pointiert, mal augenzwinkernd, mal geradeaus - oder, wie in diesem Fall, als Satire. Aber stets bereit, sich der Diskussion zu stellen.
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