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Was wird aus dem Bioabfall?

Gutes aus der Biotonne

Bananenschalen, Salatblätter oder Fischreste – all diese Abfälle gehören, wie alle anderen kompostierbaren Abfälle, in die Biotonne. Viel zu oft landet der Bioabfall allerdings noch im Restmüll.

GWA Kreis Unna
23.08.2019, 11:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was wird aus dem Bioabfall?

Die Vergärungs- und Kompostierungsanlage der BKU - Bioenergie Kreis Unna GmbH in Lünen hat eine Verarbeitungskapazität von 85.000 Tonnen Bioabfall pro Jahr. Biogas zur Verstromung und Kompost werden gewonnen.Foto: ReterrA © Joachim Stretz

Vor dem Hintergrund von immer knapper werdenden Ressourcen ist es wichtig, mit dem Bioabfall sorgsam umzugehen. Und das funktioniert durch die richtige Mülltrennung. Bioabfall ist zu schade zum Verbrennen. Denn die wertvollen Inhaltsstoffe sollen im Kreislauf bleiben, damit sie weiter genutzt werden können.

Vom Bioabfall zur wertvollen Ressource

Im Kreis Unna wird der Bioabfall aus der Biotonne in der neuen Vergärungs- und Kompostierungsanlage in Lünen verwertet. In der Anlage werden die kompostierfähigen Küchen- und Gartenabfälle sowohl zum Qualitätsprodukt Kompost als auch zu Strom umgewandelt.

Zunächst durchläuft das Material eine Metallabscheidung und wird von Folien und sonstigen Störstoffen befreit, die nichts im Bioabfall zu suchen haben. Anschließend wird das Bio- und Grüngut aufbereitet, indem es zerkleinert und durch eine dreistufige Siebung in drei unterschiedliche Korngrößen konfektioniert wird.

Im Gärreaktor wird schließlich das Biogas produziert. Aus 1000 Kilogramm Biogut können dabei um die 100 Kubikmeter Biogas gewonnen werden. Die energieärmere Biomasse sowie der feuchte, ausgegorene Gärrest aus dem sogenannten „Fermenter“ kommt in die „Tunnelrolle“ zur Kompostierung und Trocknung. Im nächsten Schritt erfolgt die erneute dreistufige Siebung.

Ein weiterer Teil der Vergärungsanlage sind die Blockheizkraftwerke. Hier wird das Biogas verstromt. Der gewonnene Strom fließt anschließend in das öffentliche Stromnetz und kann ca. 1300 Haushalte mit Strom versorgen.

Im Biogasspeicher werden letztlich die überschüssigen Biogasmengen gespeichert, um bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt verstromt zu werden.

Was wird aus dem Bioabfall?

Bis zu 40.000 Tonnen hochwertiger Kompost werden jährlich aus Bioabfällen gewonnen. © GWA

Plastiktüten sind nichts für den Bioabfall

Damit die Biotonne nicht „dreckig“ wird, wird der Bioabfall in vielen Haushalten noch in Plastikmüllbeutel verpackt und so in die grüne Tonne geworfen.

Kunststofftüten verursachen jedoch erhebliche Störungen in der Vergärungsanlage und müssen aufwendig aussortiert werden. Nur so kann die hohe Kompostqualität erhalten bleiben.

Das Problem betrifft sowohl herkömmliche als auch die vom Handel angebotenen vermeintlich „kompostierbaren Tüten“. Beide sind deshalb in der Biotonne verboten. Wer in seiner Biotonne Kunststofftüten oder auch andere sogenannte „Störstoffe“ hat, dem kann es passieren, dass seine Biotonne bei der Abfuhr stehen bleibt und nachsortiert werden muss. Erst bei der nächsten Abfuhr ist dann wieder die Leerung möglich.

Was wird aus dem Bioabfall?

Kunststofftüten haben im Bioabfall nichts verloren. Sie verursachen erhebliche Störungen in der Vergärungsanlage. © GWA

Biotonne: bequem, kostengünstig, umweltfreundlich

Damit sämtliche anfallenden kompostierfähigen Abfälle verwertet werden, gibt es einen Anschluss- und Benutzungszwang an die Biotonne für jeden Haushalt. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn sämtliche kompostierfähigen Abfälle nachweislich und fachgerecht auf dem eigenen Grundstück kompostiert und verwertet werden; ohne dabei das Wohl der Allgemeinheit zu gefährden. Die Anforderungen an eine fachgerechte Kompostierung sind allerdings sehr hoch.

Am sinnvollsten für die allermeisten Haushalte ist deshalb die Biotonne oder eine Kombination aus Biotonne und Eigenkompostierung. Das ist bequem, kostengünstig und umweltfreundlich. So werden – wie gesetzlich vorgeschrieben – sämtliche Bioabfälle zu Kompost und Strom verwertet.

Dass jährlich bis zu 1000 Tonnen CO2 eingespart und so ein wichtiger Klimabeitrag geleistet wird, macht die Umweltbilanz der Lüner Anlage noch besser.

ZVR-MonTakt_E-Paper-Ausgabe_MTSued_Samstag, 24 Aug (483 kB)

Wer Interesse an einer Besichtigung der Vergärungsanlage (nur größere Gruppen) oder Fragen zum Thema Bioabfall und Biotonne hat, soll sich gerne an die GWA-Abfallberatung wenden, unter Tel. 08004001 400. Weitere Infos auch unter www.gwa-online.de

GWA Kreis Unna

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