Was muss die Stadt Schwerte eigentlich für einen Schüler bezahlen?

dzGymnasien in Schwerte

Die Stadt zahlt direkt für den Schulbesuch aller Schwerter Schüler. Egal wo ihre Eltern wohnen. Doch was kostet ein Schüler die Stadt? Das kann man genau berechnen, aber kaum vorhersagen.

Schwerte

, 03.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer zur Schule geht, nutzt Infrastruktur. Das heißt: Er bekommt Lehrer, einen Klassenraum, Schulbücher, im Bedarfsfall Fahrtkosten und andere Lehrmittel gestellt. Das ist in Deutschland weitgehend kostenlos. Bezahlt wird das von der Stadt und vom Land.

Bei der Diskussion um die Beschulungsvereinbarung mit Dortmund spielte dieses Thema eine große Rolle. Denn schließlich muss die Stadt Schwerte ja künftig dann auch für Dortmunder Schüler bezahlen. Doch was kostet eigentlich ein Schüler die Stadt?

„Grundsätzlich kann man das bis auf die einzelne Schule runterbrechen“, sagt Hans-Georg Winkler. Als zuständiger Dezernent der Stadt gehören die Schulen zu seinem Bereich. Allerdings nur Gebäude, Lehrmittel und Schülerbeförderung. Lehrer und Lehrinhalte sind Ländersache. Deshalb sind die Kosten für das Lehrpersonal außen vor. Der Hausmeister oder die Schulsekretärin stehen hingegen auf der Lohnliste der Stadt.

1500 Euro zahlt die Stadt pro Gymnasiast

Aufgrund dieser Zahlen kann man berechnen, wie viel Geld die Stadt für einen Gymnasiasten, einen Gesamtschüler oder einen Grundschüler ausgeben muss. 1500 Euro koste ein Schüler einer weiterführenden Schule die Stadt, hatte Schuldezernent Winkler bei der Diskussion um die Beschulungsvereinbarung im zuständigen Ratsausschuss erklärt. Und damit Anlass zu wilden Berechnungen gegeben, wie viel Geld die Stadt denn nun in die Hand nehmen muss, um den Schülern aus Holzen und vom Höchsten den Zugang zu Schwerter Gymnasien zu ermöglichen.

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Die Differenz reichte von 300.000 Euro pro Jahr bis zu 30.000 Euro pro Jahr.

Seriös ist das aber schwer zu sagen: Denn die Kostenrechnung der Stadt ist relativ einfach: Man zog alle Kosten, die für die jeweilige Schule auflaufen, zusammen und teilte sie durch die Schüler.

Fixe und variable Kosten

Nun gibt es Kosten für Lehrmittel oder das Schülerticket, die jedem Schüler einzeln zugerechnet werden. Aber die Kosten für das Gebäude, die Schulsekretärin oder den Hausmeister steigen ja nicht, weil mehr Schüler eine Schule besuchen.

Die Berechnung, was der Gymnasiast die Stadt kostet, stammt aus dem Jahr 2017.

Damals ging die Kämmerei alle Kostenkonten durch, die dafür in Betracht kamen. Der größte Block waren die Fixkosten. Also die Kosten, die für jeden Schüler gelten. Dazu gehören die Schulimmobilien, ihr Unterhalt, die Heizkosten oder die Personalkosten für Hausmeister, Schulsekretärin und Co. Die werden dann einfach durch die Anzahl der Schüler geteilt. Gehen also mehr Schüler auf eine Schule, sinken die Kosten für den einzelnen Schüler.

Dem gegenüber stehen die variablen Kosten wie die Schülerfahrkarte oder die Lehrmittel. Die kann man genau einzelnen Schülern zuordnen. Gibt es mehr Schüler mit Anspruch auf die Schülerfahrkarte, dann wird es auch in Summe für die Stadt teurer. Die Schülerbeförderung kostet die Stadt übrigens 403 Euro.

Im Durchschnitt hat die Stadt Schwerte 2017 1769 Euro pro Gymnasiast an Kosten gehabt. Im Gegenzug bekam man vom Land 134 Euro Schlüsselzuweisung pro Schüler und umgerechnet 122 Euro aus der Schulpauschale.

Wobei die letzte Zahl auch umgerechnet wurde, denn die Stadt erhielt damals 1,2 Millionen Euro, von denen 200.000 Euro für die Gymnasien aufgewendet wurde. Geteilt durch deren Schülerzahl kommt man auf die Summe. Zieht man die 256 Euro von den 1769 ab erhält man genau 1513 Euro.

Schülerzahlen beeinflussen die Rechnung

Ob diese Summe auch für 2018 oder 2019 gilt, ist allerdings nicht sicher. Denn größere Aufwendungen für den Unterhalt der Schulen oder eine kleinere oder größere Schülerzahl beeinflussen diese Rechnung erheblich.

Was nun pro Jahrgang 30 Schüler aus Höchsten und Holzen die Stadt kosten, ist aufgrund dieser Berechnung nicht seriös vorherzusagen.

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