Was für eine Auszeit vom Job zu beachten ist

dzDas Sabbatjahr

Einfach mal raus aus dem Job, sich Zeit nehmen für etwas ganz anderes: Ein Sabbatjahr macht‘s möglich. Dafür gilt es vor allem, den Chef zu überzeugen. Was sonst noch wichtig ist.

von Gabriele Hoffmann

23.11.2018, 11:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Sabbatjahr ist meistens gar kein Jahr. In Deutschland nehmen sich die meisten eine Auszeit von drei bis sechs Monaten. So oder so: Eine Auszeit vom Job sollte sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Zu allererst gilt es, den Chef zu überzeugen; denn einen Rechtsanspruch auf ein Sabbatjahr gibt es nicht. Andere Länder sind da weiter: In Dänemark, Finnland und in den Niederlanden gibt es sogar staatliche Förderprogramme für vorübergehende Arbeitsunterbrechungen. Die freien Stellen werden bis zur Rückkehr mit Langzeitarbeitslosen besetzt.

Aber auch in Deutschland greift die Idee mehr und mehr um sich. Während hierzulande zunächst vor allem Lehrer, Beamte und Beschäftigte im Öffentlichen Dienst davon Gebrauch gemacht haben, öffnen sich immer mehr Unternehmen der Möglichkeit längerer Erholungspausen.

Für ein Sabbatjahr gibt es keine gesetzlichen Regelungen, wie Dr. Sonja Boss, Justiziarin vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auf Anfrage der Redaktion erläutert. Es gebe eine Vielzahl von rechtlichen Rahmen-Bedingungen, die vertraglich zu regeln seien. So gehe es etwa um die Frage, ob der Arbeitnehmer seinen Freizeitanspruch durch Lohnverzicht oder durch den Aufbau von Überstunden aufbaue. Ob neben dem sogenannten „Sabbatical“ der Anspruch auf bezahlten Urlaub bestehe oder nicht. Ob das Einkommen während der gesamten Zeit konstant bleibe oder ob es während der Auszeit höher oder niedriger ausfalle. Und nicht zuletzt seien klare Regelungen hinsichtlich etwaiger Krankheitszeiten im Sabbatjahr“ erforderlich. „All diese Fragestellungen müssen im Rahmen einer Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vorher vertraglich festgelegt werden“, betont die Rechtsanwältin. „Wie die Regelungen aussehen und welchen ‚Konditionen‘ ist allein Sache der Parteien.“ In jedem Falle sollte vertraglich festgehalten werden, dass der Arbeitnehmer nach seiner Auszeit auf denselben Arbeitsplatz zurückkehren darf.

Letztlich ist also alles eine Frage der Absprache. Das bedeutet auch: Wer als bezahlter Urlaubstester Praktikant beim Urlaubsguru werden möchte, sollte offen mit seinem Chef darüber reden. Ob während der Auszeit ein anderer Job mit einer Vergütung angenommen werden darf oder nicht, wäre in diesem Fall schließlich eine Grundsatzfrage.

Natürlich gibt es auch abseits des Arbeitsplatzes eine Menge zu beachten. Denn einfach nur daheim bleiben oder um die Welt reisen, ist gar nicht so einfach. Es geht auch um so wichtige Fragen wie die Finanzierung des Alltags oder Kranken- und Rentenversicherung.

Weitere Informationen zum „Sabbatjahr“ gibt es im Internet unter anderem unter www.sabbatjahr.org und und unter www.arbeitsrechte.de/sabbatjahr
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