Warum sollen Amerikaner nicht mal ein grünes Zuckerguss-Häubchen haben?

dzSponsoring-Aktion in Schwerte

Immer, wenn der Februar auf dem Kalender erscheint, leuchten grüne Amerikaner in der Vitrine von Bäcker Becker. Das hat nichts mit dem nahenden Karneval zu tun.

Schwerte

, 09.02.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was machen die Amerikaner mit dem grünen Zuckerguss in der Verkaufsvitrine von Bäcker Becker? Bäckermeister Sascha Ruhnke wollte eigentlich nur die Neugier seiner Kunden wecken, als er vor rund zehn Jahren auf die Idee kam, die süßen Teilchen mit der eigenwilligen Haube aus dem Ofen zu ziehen. Nicht, um den Verkauf anzukurbeln, sondern um auf die Arbeit des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Unna hinzuweisen. Ganz im Stillen betreut die Einrichtung derzeit auch in Schwerte vier Kinder, denen es vermutlich nicht mehr vergönnt sein wird, erwachsen zu werden. Im ganzen Kreis Unna sind es rund 50 Schicksalsfälle, berichtet der erste stellvertretende Bürgermeister Jürgen Paul, der sich für die Förderung dieser Arbeit einsetzt. Denn dazu bedarf es auch finanzieller Unterstützung.

Bäcker Becker stiftet 50 Prozent vom Verkaufserlös

Bäcker Becker stiftet dafür wieder den halben Verkaufserlös der grünen Amerikaner, die er drei Wochen lang in seinem Hauptgeschäft an der Bahnhofstraße und seiner Filiale am Rosenweg zum Stückpreis von 1,30 Euro anbietet. Im vergangenen Jahr - so Sascha Ruhnke - kam auf diese Weise eine Spende von 500 Euro zustande. Einen weiteren 444-Euro-Scheck übergab jetzt die Bildungsplattform Prisma.

Eigentlich hatte Bürgermeister-Stellvertreter Jürgen Paul einmal gehofft, das Grüne-Amerikaner-Projekt auf den ganzen Kreis Unna ausdehnen zu können. Er habe sogar mit der Handwerks-Innung gesprochen. Doch irgendwie sei die Sache dann im Sande verlaufen. Deswegen gibt es das Gebäck jetzt ausschließlich bei Bäcker Becker. Sascha Ruhnke rechnet damit, dass wieder rund 500 Stück davon über die Theke gehen werden.

Hinweis auf den Kinderhospiztag am 10. Februar

Die Aktion soll auf den Kinderhospiztag hinweisen, der deutschlandweit am 10. Februar begangen wird. Für diesen Zweck zogen am Mittwoch, 5. Februar, auch Kinder der Friedrich-Kayser-Schule mit grünen Bändchen auf den Markt, wo die Stoffstreifen in einen Baum neben der St.-Viktor-Kirche gehängt und an Marktbesucher als Zeichen der Hoffnung verschenkt wurden. Dafür hatten sie in der Musikstunde schon den Purple-Schulz-Hit „Aufstehn, aufeinander zugehn“ geübt. Mitarbeiter vom Seniorenheim Haus am Stadtpark verteilten dazu grüne Schokoladen-Herzen.

Im Vorfeld des Kinderhospiztages hat Bürgermeister Jürgen Paul auch schon die Beleuchtung im Tunnel an der Bahnhofstraße auf die Hoffnungsfarbe Grün umschalten lassen. Diesem Beispiel folgen viele Hausbesitzer der Bahnhofstraße mit ihren Fassadenstrahlern. Vielleicht wird irgendwann noch einmal Pauls Traum wahr, das grüne Leuchtband bis zum Markt fortzusetzen.

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