Warum mehr i-Männchen für kleinere Klassen sorgen

dzSchulbeginn 2019

Es gibt wieder mehr Kinder und damit auch mehr Schulanfänger in Schwerte. Das führt mancherorts zu kleineren Klassen. Doch gerecht ist die Verteilung der Schüler immer noch nicht.

Schwerte

, 16.11.2018, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es gibt wieder mehr Kinder. Zumindest belegen das die Zahlen der Schulanfänger, die im Sommer 2019 ihren ersten Schultag haben. Waren es in diesem Jahr noch 325 Kinder, die sich auf die sieben Grundschulen verteilten, sind es im nächsten Jahr 390 Schulanfänger. Und auch, wenn es mehr Schüler sind, bedeutet das für die Schulen eine gewisse Entspannung. Denn die Stadt kann zwei Eingangsklassen mehr bilden als im Vorjahr. Das sorgt für kleinere Klassen. Ganz gerecht ist das System aber weiterhin nicht. Denn während es in der Friedrich-Kayser-Schule eine Klasse mit 16 Kindern geben wird, hat die Heideschule Anmeldungen für 27 Schüler pro Klasse. Um das abzumildern, will die Stadt die Schülerzahl dort auf 25 begrenzen. Das bedeutet aber auch, dass zumindest einige Eltern ihre Kinder nicht auf der gewünschten Schule unterbringen können.

Zwei i-Männchen-Klassen mehr als 2018

Insgesamt wird es 2019 aber 17 Eingangsklassen geben, das sind immerhin zwei mehr als im Vorjahr. Aber Klassen mit 29 Kindern wird es nach den bisherigen Anmeldezahlen im nächsten Sommer nicht geben.

Wie viele Klassen aus wie vielen Schülern gebildet werden dürfen, schreibt das Landesrecht vor. Denn seit 2008 gibt es in NRW keine Schulbezirke mehr. Die damalige Landesregierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wollte den Schülern und Eltern die Wahl geben, ihre Schule selbst auszusuchen. Doch in den ersten Jahren hatte das kaum Auswirkungen auf die Schülerzahlen an den einzelnen Schulen. Mittlerweile scheint das aber Einfluss zu haben, wie man an der Verteilung der Anmeldungen auf die Schwerter Schulen sieht. Immer weniger Eltern melden ihr Kind an der Friedrich-Kayser-Schule an, die Albert-Schweitzer-Schule, die einen ähnlichen Einzugsbereich bedient, kann sich vor Anmeldungen nicht retten.

So berechnet man die Klassenrichtzahl

Damit dies handhabbar ist, hat das Land die sogenannte Klassenrichtzahl vorgegeben. Die funktioniert so: 23 Schüler sollen in einer Klasse sein. Deshalb wird die Zahl der Schulanfänger durch 23 geteilt. Das Ergebnis ist die sogenannte Klassenrichtzahl. Die beträgt in Schwerte im jetzt beginnenden Schuljahr 14,17. Aufgerundet bedeutet dies, in ganz Schwerte darf es 15 Klassen mit Schulanfängern geben. Und damit keine Zwergschulen entstehen, soll jede Schule mindestens zwei Klassen pro Jahrgang einrichten. Und das ist das Dilemma: Schwerte hat sieben Grundschulen, die jeweils pro Jahrgang mindestens zwei Klassen haben sollen. Damit sind 14 der 17 möglichen Klassen vergeben. Drei Schulen können eine zusätzliche Eingangsklasse bilden. Das sind 2019 die Albert Schweitzer Schule, die Lenningskampschule und die Reichshofschule. Im vergangenen Jahr hatte die Lenningskampschule noch 54 Anmeldungen für zwei Klassen.

Genügend Klassenräume vorhanden

Räume für die zusätzlichen Klassen seien vorhanden, sagt Marco Gosewinkel von der Stadtverwaltung. „Alle Schulen außer der Albert-Schweitzer-Schule (die schon immer drei Klassen hatte) und der Heideschule haben noch Puffer.“ Die Verteilung der Schüler, die jetzt von den zuständigen Gremien wie Stadt und Bezirksregierung abgesegnet wird, ist allerdings nicht in Stein gemeißelt. Denn erstens gibt es sechs Kinder, deren Eltern sie innerhalb der Anmeldefrist in gar keiner Schule angemeldet haben. Außerdem ziehen im Laufe des Jahres wahrscheinlich noch Kinder nach Schwerte, die dann auch beschult werden müssen. Die Stadt kann zwar die Eltern beraten, letztlich aber wenig machen, wenn die auf Aufnahme in einer bestimmten Schule bestehen.

Effekt verstärkt sich im zweiten Schuljahr

Dieser Effekt, der zu nur schwer kalkulierbaren Klassenstärken führt, wird zum Beginn des zweiten Schuljahres noch verstärkt. Denn erst dann dürfen Kinder aus Leistungsgründen eine Klasse wiederholen. Das heißt, es gibt keine Kinder, die zurück in die erste Klasse gehen, aber welche, die es nicht in die dritte Klasse geschafft haben.

Das geschah in diesem Sommer in der Lenningskampschule, in der dann eine dritte zweite Klasse gebildet werden musste.

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