Warum Pendler ihre Fahrräder am Schwerter Bahnhof nur noch mit ungutem Gefühl abstellen

dzVandalismus in Schwerte

Wahllos beschädigt haben Vandalen Fahrräder, die an die Bügel der städtischen Abstellanlage am Bahnhof angekettet waren. Doch es gibt eine sichere Alternative. Die kostet etwas Geld.

Schwerte

, 11.11.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sattelbezüge mutwillig aufgeschlitzt, Felgen mit Wucht zu einer Acht getreten. Eine böse Überraschung wartete am Montagmorgen auf Schwerter, die ihre Fahrräder unter dem überdachten städtischen Abstellplatz vor dem Schwerter Bahnhof zurückgelassen hatten. Von einem Drahtesel waren sogar nur ein Rad und die Kette übriggeblieben, mit der es an den Haltebügeln festgemacht worden war.

„Einigermaßen erschrocken“ über diese Spur von blindem Vandalismus zeigte sich der Schwerter Ulrich Walter, als er am Morgen sein Fahrrad dazustellen wollte. „Ich (...) hoffe, dass mein Rad heute Abend nicht ähnlich demoliert ist“, schrieb er in einer Mail an die Lokalredaktion: „Schade, dass diese umweltfreundliche Weise der Wahrnahme von Geschäftsterminen in Schwerte mit solchen Risiken verbunden ist.“

Polizei appelliert: Jede Beschädigung und jeden Diebstahl anzeigen

Hilfe bei der Polizei hatten die Geschädigten bis zum Mittag ganz offensichtlich noch nicht gesucht. „Es ist keine Anzeige bei uns aufgelaufen“, sagte Behördensprecher Christian Stein (Unna) auf Anfrage. Er habe noch einmal auf der Schwerter Wache nachgehört. Doch auch dort sei dem zuständigen Bezirksdienst bislang nichts zu Ohren gekommen. Es seien zwar Fahrrad-Diebstähle gemeldet worden, aber die Tatorte lagen nicht am Bahnhof Schwerte.

Warum Pendler ihre Fahrräder am Schwerter Bahnhof nur noch mit ungutem Gefühl abstellen

Nur ein Rad ist von dem Fahrrad geblieben, das an den Fahrradbügeln vor dem Bahnhof Schwerte angekettet war. © Reinhard Schmitz

Deshalb konnte Stein nur daran appellieren, Anzeige zu erstatten, wenn eine Beschädigung festgestellt wird: „Wir brauchen Zeugen oder Geschädigte, die sich an uns wenden.“ Denn nur in diesem Fall kann die Polizei auch wirksam tätig werden. Manchen scheuen allerdings diesen bürokratischen Aufwand, wenn sie keine Versicherung abgeschlossen haben, die den Schaden am Fahrrad übernehmen könnte.

In der abschließbaren Fahrradgarage am Bahnhof sind viele Plätze frei

Eine Möglichkeit, Vandalen keine Chance zu lassen, bietet die Fahrrad-Garage gleich neben den frei zugänglichen Abstellbügeln. Die gläserne Box, die bei der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes errichtet worden ist, wird wie die Radstation im Bahnhofsgebäude von der DasDies Service GmbH in Kamen betrieben, einem Tochterunternehmen der Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen. Die verschlossene Anlage bietet 80 Plätze. Von denen seien derzeit 30 bis 40 frei, war in der Radstation zu erfahren, wo man auch den Schlüssel in Form eines Chips bekommen kann. Dieser Service kostet für fünfmal ein- und ausfahren 5 Euro. Außerdem gibt es Monatskarten zu 10 Euro und Jahreskarten zu 100 Euro. Als Schlüsselkaution sind dazu 20 Euro zu hinterlegen. Abgeschlossen werden können die Mieten zu den Öffnungszeiten der Radstation montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Die Garage ist danach mit dem Chip jederzeit zugänglich.

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