Warten auf Baugenehmigung: Hängepartie bei Hannibal

Hals über Kopf mussten 2017 Hunderte Menschen raus aus ihren Wohnungen im Dortmunder Hochhaus Hannibal: Die Stadt sah gravierende Brandschutzmängel. Der Eigentümer wollte nachbessern. Doch die zugesagte Sanierung lässt auf sich warten.

07.12.2019, 10:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Warten auf Baugenehmigung: Hängepartie bei Hannibal

Der Wohnkomplex Hannibal II in Dortmund. Foto: Arnulf Stoffel/dpa

Mehr als zwei Jahre nach der Räumung des Hochhauskomplexes Hannibal ringen Stadt und Eigentümer weiter um eine baldige Sanierung des leerstehenden Wohnriesen. Ursprünglich war der Eigentümer davon ausgegangen, dass im Jahr 2020 wieder Mieter einziehen können. Tatsächlich hat die Stadt bislang noch keine Baugenehmigung erteilt. „Der vorliegende Entwurf weist leider Mängel im Bereich Brandschutz auf, die der Antragsteller unbedingt nachbessern muss“, teilte eine Sprecherin der Stadt Dortmund der Deutschen Presse-Agentur mit. Der überwiegende Teil der Bewohner habe aber inzwischen neue Wohnungen gefunden. 16 Haushalte, insgesamt 50 Menschen, leben aber immer noch in Wohnungen, die ihnen die Stadt nach der kurzfristigen Räumung zur Verfügung gestellt hat.

Die Objektgesellschaft, der der Hochhauskomplex gehört und deren Wohnungen vom Gebäudeverwalter Allsites Property Management betreut werden, teilte auf Anfrage mit, man sei bemüht, „den Hannibal II zeitnah zu reaktivieren und dem Dortmunder Wohnungsmarkt zu zu führen“. Das Haus wieder in Betrieb zu nehmen, würde zu einer spürbaren Entlastung des angespannten Dortmunder Wohnungsmarktes beitragen, so der Sprecher von Allsites.

Das Hochhaus war im September 2017 kurzfristig geräumt worden. Die Stadt hatte dies mit gravierenden Mängeln beim Brandschutz begründet. Für die Bewohner bestehe „akute Gefahr für Leib und Leben“. Erst wenn der Eigentümer die Mängel behoben habe, könne das Haus wieder bezogen werden. Gegen die Räumungsanordnung und die ihm in Rechnung gestellten 780 000 Euro ist die Objektgesellschaft gerichtlich vorgegangen. Das zuständige Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat jedoch noch keine Entscheidung gefällt.

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