Reiniger-Warnstreik in Münster/Osnabrück ohne größere Folgen

Im zähen Tarifkonflikt der Reinigungsbranche hat sich die Gewerkschaft diesmal die Flughäfen für Warnstreiks ausgesucht. In NRW traf es den Airport Münster/Osnabrück.

08.10.2019, 07:09 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ohne größere Beeinträchtigungen für die Passagiere haben am Dienstag Reinigungskräfte am Flughafen Münster/Osnabrück gestreikt. Aktionen gab es außerdem in Berlin und Frankfurt. Für den Nachmittag plante die Gewerkschaft IG BAU daneben eine Demonstration am Düsseldorfer Flughafen. Die Gewerkschaft wolle damit Druck machen bei den festgefahrenen Verhandlungen über einen Rahmentarifvertrag im Gebäudereiniger-Handwerk, sagte ein Sprecher. Der Warnstreik begann um 6 Uhr mit der Frühschicht und sollte 24 Stunden dauern.

Am Vormittag seien aber keine Maschinen ausgefallen oder verspätet gestartet, sagte Flughafensprecher Detlef Döbberthin. Münster/Osnabrück bediene ausschließlich die Kurz- und Mittelstrecke. Auf solchen kürzeren Flügen falle ohnehin nicht viel Müll an. Es hätten auch Flugzeugbesatzungen in den Flugzeugen Hand angelegt; außerdem hätten nicht alle Beschäftigten des Reinigungsdienstleisters an dem Streik teilgenommen, sagte der Sprecher. Auch Frankfurt und Berlin meldeten keine gravierenden Auswirkungen.

Anfang Oktober waren die bundesweiten Tarifverhandlungen für Beschäftigte in der Gebäudereinigung unterbrochen worden. Ein Streitpunkt war laut IG BAU und Arbeitgebern erneut das Thema Weihnachtsgeld. Die IG Bau hatte in der Branche mit rund 650 000 Beschäftigten mit weiteren Warnstreiks gedroht. In NRW arbeiten laut IG BAU „mehr als 200 000 Beschäftigte“ in der Reinigungsbranche. Am Flughafen Münster/Osnabrück waren am Dienstag laut Flugplan ab 6 Uhr 14 Abflüge vorgesehen.

Die Gewerkschaft fordert vor allem die Einführung eines Weihnachtsgelds sowie die Bezahlung von Überstundenzuschlägen für Teilzeitbeschäftigte. Die Arbeitgeber lehnen ein 13. Monatsgehalt bislang ab und wollen darüber erst im Zuge der Lohntarifverhandlungen 2020 sprechen. Der Bundesinnungsverband der Gebäudereiniger bezeichnete die Warnstreiks als legitim. Sie würden aber nicht dazu führen, dass die Arbeitgeber unrealistische Forderungen erfüllten.

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