Warnstreik: Gilde-Mitarbeiter wollen Tarifvertrag für alle

Weil eine Hälfte der Belegschaft keinen Tarifvertrag hat, lassen die Mitarbeiter der Gilde-Brauerei in Hannover 14 Stunden lang ihre Arbeit ruhen. Das Unternehmen zeigt sich über den Warnstreik verwundert. Was bedeutet der Arbeitskampf für die Kunden?

02.10.2019, 16:09 Uhr / Lesedauer: 1 min
Warnstreik: Gilde-Mitarbeiter wollen Tarifvertrag für alle

Das Logo der Gilde Brauerei ist auf dem Gebäude der Brauerei in Hannover zu sehen. Foto: Peter Steffen/dpa

Der Warnstreik in der Hannoverschen Gilde-Brauerei ist aus Sicht der Organisatoren ein Erfolg. „Wir sind sehr zufrieden“, sagte die für die Region Hannover zuständige Geschäftsführerin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätte (NGG), Lena Melcher, am Mittwoch. Bis zu 70 Mitarbeiter hätten sich bis zum Nachmittag an dem Ausstand beteiligt. Insgesamt wollten sie die Arbeit für gut 14 Stunden niederlegen.

Dem Unternehmen zufolge müssen sich Kunden dennoch keine Sorgen um ihr Bier machen: „Wir sind weiterhin lieferfähig“, sagte Marketing-Managerin Juliane Lorenz.

Die NGG „fordert ein umfassendes Tarifpaket für die komplette Brauerei-Belegschaft“, wie es in einer Mitteilung hieß. Seit die Brauereigruppe TCB Gilde 2016 übernommen hat, gelten den Angaben zufolge tarifliche Arbeitsbedingungen nur noch für rund die Hälfte der Mitarbeiter. Diejenigen, die erst nach der Übernahme einen Job in der Brauerei begonnen haben, arbeiten zu schlechteren Konditionen. Die Gewerkschaft fordert für sie neben höheren Löhnen auch Weihnachtsgeld sowie eine betriebliche Altersvorsorge.

Die Geschäftsführung hatte in der vergangenen Woche eine geplante Tarifverhandlung abgesagt. Nach Angaben der Gewerkschaft will man sich zunächst auf eine Umstrukturierung der Brauerei konzentrieren. Gilde schreibt seit Jahren Verluste.

Nach Angaben der Brauerei hatten sich erst am Dienstag Geschäftsführung und Mitarbeiter ausgetauscht. „Wir sind über den heutigen Streik verwundert“, sagte Managerin Lorenz. 136 Beschäftigte sind zum Warnstreik aufgerufen, wie die NGG mitteilte. Der Ausstand sollte um 19 Uhr enden.

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