Walter-Borjans rät SPD zu Verzicht auf Kanzlerkandidatur

Der SPD-Vorsitz-Kandidat Norbert Walter-Borjans rät seiner Partei davon ab, in ihrer jetzigen Verfassung einen Kanzlerkandidaten zu küren. „Ich glaube, ich würde erst mal dafür werben, dass wir einen Spitzenkandidaten aufstellen“, sagte Walter-Borjans in einem „Spiegel“-Interview. Er glaube nicht, „dass wir im Augenblick an dieser Stelle wären, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen“, sagte der frühere NRW-Finanzminister. Bislang zog die SPD immer mit einem offiziellen Kanzlerkandidaten in einen Bundestagswahlkampf, kleinere Parteien dagegen treten traditionell eher mit Spitzenkandidaten an.

06.11.2019, 13:49 Uhr / Lesedauer: 1 min
Walter-Borjans rät SPD zu Verzicht auf Kanzlerkandidatur

Norbert Walter-Borjans, Bewerber für den SPD-Vorsitz, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Walter-Borjans Konkurrent um den SPD-Vorsitz, Vizekanzler Olaf Scholz, untermauerte im gleichen Interview seine Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur. Erst einmal gehe es um den Parteivorsitz.

Walter-Borjans betonte dagegen, es müsse „nicht zwingend“ einer der Vorsitzenden als Nummer eins in den nächsten Wahlkampf ziehen. Die Entscheidung dürfe aber nicht an den Vorsitzenden vorbeilaufen. Scholz hätte unter Walter-Borjans und Saskia Esken als SPD-Chefs aber wohl wenig Chancen auf eine Spitzenkandidatur. Sollten sie beide Parteivorsitzende werden, müsse man die Frage stellen: „Gibt es eine Alternative zu dem, wer es sich zutraut, also Olaf?“, sagte Walter-Borjans.

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