Wallraff über soziale Medien: „da würd' ich depressiv!“

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff verweigert sich bewusst den soziale Medien. Niemand müsse sich „diese sozialen oder unsozialen Medien antun“, sagte Wallraff am Mittwoch auf der Frankfurter Buchmesse. „Ich frequentiere weder Facebook noch Twitter. Wenn ich das jeden Tag tun würde - Mensch, da würd' ich depressiv!“

10.10.2018, 17:59 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wallraff über soziale Medien: „da würd' ich depressiv!“

Der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Arne Dedert

Wallraff wurde vom Moderator als „die zentrale Figur des investigativen Journalismus in Deutschland seit Jahrzehnten“ angekündigt. Er sprach sich dafür aus, rechter Hetze mit mehr Gelassenheit zu begegnen: „Wir sollten nicht überreagieren.“ Vor der AfD habe es die Republikaner und die NPD gegeben. „Das alles hat eine Demokratie überwunden“. Er sei zwar Berufsskeptiker, aber auch Zweckoptimist und daher überzeugt: „Wir werden die Hetze aus diesen Kreisen überwinden.“

Viele Schriftsteller und Journalisten haben den Eindruck, dass Bedrohungen, Einschüchterungsversuche und Hassbotschaften zunehmen, wie eine Umfrage von PEN Deutschland und der Universität Rostock ergab, die am Mittwoch auf der Buchmesse vorgestellt wurde. Wallraff findet das „ein bisschen wehleidig“. In anderen Ländern riskierten Journalisten ihr Leben. Wer Hassbotschaften erhalte, dem rate er: „Lass das nicht an dich ran.“

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