Waffenteile in Thermoskanne aus Fabrik geschmuggelt

Mit einer Thermoskanne soll der inzwischen entlassene Mitarbeiter eines Waffenherstellers im Sauerland die Sicherheitsmaßnahmen überlistet haben. In der beschichteten Kanne habe er Waffenteile unbemerkt durch eine Metalldetektor-Schleuse aus der Fabrik schmuggeln können, sagte Staatsanwalt Thomas Schmelzer am Freitag auf Anfrage. Der WDR hatte zuvor darüber berichtet.

30.08.2019, 17:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Auch seinen mit Münzen gefüllten Geldbeutel habe er genutzt, um den Detektor auszutricksen, sagte Schmelzer der Deutschen Presse-Agentur. Die Schleuse sei aber recht spät installiert worden. Viele Teile habe der 47-Jährige zuvor relativ einfach aus dem Werk bringen können.

Ende März war er beim Versuch erwischt worden, einen Pistolenlauf durch die Sicherheitskontrolle zu schleusen. Wie sich herausstellte, soll der Mann seit 2016 Teile entwendet und zuhause zu kompletten Waffen zusammengebaut haben.

Immer wieder waren in den vergangenen Jahren ungekennzeichnete Waffen der Marke Walther, Modell P22, aufgetaucht, wie sie nur in der Fabrik in Arnsberg gefertigt werden. Insgesamt gehen die Ermittler von rund 150 Pistolen aus, die so in Umlauf gebracht worden sind.

Bei drei versuchten Tötungsdelikten im Hagener Rockermilieu sollen die Waffen verwendet worden sein. Bei den Waffen fehlten die vorgeschriebenen Kennzeichnungen und die Waffennummern. Der Verdächtige hat ein Geständnis abgelegt, sitzt in U-Haft und ist bereits vor dem Landgericht Arnsberg angeklagt.

Weitere Meldungen
Meistgelesen