Waffen aus Fabrik geschmuggelt: Durchsuchung

Bei einem Schlag gegen illegalen Waffenhandel haben starke Polizeikräfte Gebäude in Wilhelmshaven und in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens durchsucht. Dabei wurden zahlreiche Waffen, Munitionsteile, Schwarzpulver, Betäubungsmittel sowie ein Fahrzeug sichergestellt. An den Einsätzen am Mittwoch mit 130 Beamten waren auch Spezialeinheiten beteiligt, wie die Staatsanwaltschaft Hagen mitteilte. Anlass waren Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter eines Sportwaffen-Herstellers im Sauerland. Der 47-Jährige soll über Jahre hinweg halbautomatische Waffen aus der Fabrik gestohlen und in dunkle Kanäle verkauft haben.

29.08.2019, 13:13 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Polizei stellte bei den Durchsuchungen 15 000 Schuss Munition, drei Handgranaten und rund 70 Kurzwaffen und Gewehre sowie fünf Kilogramm Schwarzpulver sicher. Viele der Waffen sollen in die Rockerszene weitergereicht und dort auch benutzt worden sein.

Der 47-jährige Verdächtige ist nach weiteren Angaben in Untersuchungshaft und hat in vollem Umfang gestanden. „Wir gehen davon aus, dass er etwa seit 2016 rund 100 halbautomatische Waffen in Umlauf gebracht hat“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Thomas Schmelzer. Die Polizei in Wilhelmshaven machte am Donnerstag keine eigenen Angaben zu Durchsuchungen, sondern verwies auf die Erkenntnisse aus Nordrhein-Westfalen.

Im Zusammenhang mit den illegalen Waffengeschäften kamen vier Tatverdächtige in Untersuchungshaft, gegen zwei weitere wurden Haftfebefehle unter Auflagen außer Vollzug gesetzt. Weitere Verfahren richten sich gegen 16 Verdächtige, die mit Waffen, Munition und Drogen gehandelt haben sollen.

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