Nicht mehr lange, dann kann der Cappenberger Damm wieder befahren werden. Doch nach der Fahrbahnsanierung ist vor der Fahrbahnsanierung. Auf dem Brauereiknapp Richtung Lünen nämlich.

Cappenberg

, 12.10.2019, 16:12 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Bauarbeiter haben wahr gemacht, was Christian Kahlau vom Landesbetrieb Straßen.NRW, Regionalniederlassung Münsterland, Abteilung Bau, angekündigt hatte. Nämlich, dass die Asphaltdecke der Fahrbahn des Cappenberger Damms zwölf Zentimeter tief abgefräst, durch eine neue Zwölf-Zentimeter-Asphaltschicht ersetzt und durch eine Sechs-Zentimeter-Asphalttragschicht ergänzt wird.

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Die Arbeiten sind schon weit fortgeschritten. Bedeutet das, dass der Zeitplan eingehalten werden kann? Also, dass der erste Bauabschnitt des Cappenberger Damms zwischen der Einmündung Werner Straße und der Einmündung Am Kohuesholz bis zum Beginn der Herbstferien (14. Oktober) abgeschlossen ist und für den Durchgangsverkehr freigegeben wird?

Größere Schadstellen zusätzlich repariert

„Ja, das klappt“, sagte Christian Kahlau am Donnerstag, 10. Oktober. Zwar haben die Bauarbeiter laut Kahlau noch zusätzlich zur geplanten Fahrbahnsanierung auf einem rund 200 Meter langen Teilstück größere Schadstellen reparieren müssen, aber negative Auswirkungen auf den Zeitplan habe es nicht.

In der 41. Kalenderwoche seien bisher Asphaltierungsarbeiten auf dem 1,7 Kilometer langen ersten Bauabschnitt gelaufen. „Noch bis Ende der Woche sind die Arbeiter damit beschäftigt, die Bankettbereiche rechts und links der Fahrbahn herzurichten und zu befestigen. Dazu werde eine 75 Zentimeter breite Schotterschicht eingebracht. Darüber streuen die Arbeiter eine Schicht Oberboden auf. Für die Begrünung säen die Arbeiter Samen ein.

Dann müssen noch die Leitpfosten aufgestellt werden. Und zwar die, die noch gut zu verwenden seien. „20 sind kaputt und müssen erst noch bestellt werden“, berichtet Kahlau. Die fehlenden Fahrbahnmarkierungen können laut Kahlau nicht direkt nach den Asphaltarbeiten aufgemalt werden. „Es gilt dann erstmal Tempo 50.“ Wann die Markierungen endgültig aufgebracht werden können und welches Tempo dann danach gelten soll, müsse innerhalb des Landesbetriebs Straßen.NRW noch geklärt und abgestimmt werden.

Vollsperrung spätestens am 13. Oktober aufheben

Die Vollsperrung des Cappenberger Damms im ersten Bauabschnitt werde trotz einiger Restarbeiten spätestens am Sonntag, 13. Oktober aufgehoben. „Wir bemühen uns aber, die Sperrung ab Samstag, 12. Oktober, aufzuheben“, berichtet der Straßen.NRW-Mitarbeiter.

Die Arbeiter nutzen die Fahrbahnsanierung der L810 übrigens auch, um verblasste Fahrbahnmarkierungen an der Kreuzung Cappenberger Damm/Werner Straße nachzuziehen, kündigt Christian Kahlau an.

Vollsperrung des Cappenberger Damms spätestens ab dem 13. Oktober aufgehoben

Die Baufirma saniert derzeit auch die Bankettbereiche rechts und links des Cappenberger Damms. © Straßen.NRW

Und wie geht es mit dem zweiten Bauabschnitt der Sanierung der Landesstraße L 810 weiter? Im Ortskern von Capppenberg ist die Fahrbahn laut Straßen.NRW ja in einem so guten Zustand, dass eine Sanierung nicht nötig wird. Deshalb setzen die Fahrbahnsanierungsarbeiten auf dem Brauereiknapp an, und zwar ab der Einmündung Freiherr-vom-Stein-Straße. Wann wird das passieren?

Brauereiknapp ab 15. Oktober gesperrt

„Der Brauereiknapp wird ab Dienstag, 15. Oktober, voll gesperrt“, sagt Kahlau. Die Vollsperrung reiche bis zum Kommunalfriedhof Lünen. Dort sollen auch die Fräsarbeiten auf der Fahrbahn der L810 im zweiten Bauabschnitt beginnen und nach und nach Richtung Cappenberg vorangetrieben werden. Mindestens vier Wochen werde die Bauzeit der Fahrbahnsanierung betragen. Für die Verkehrsteilnehmer von und nach Cappenberg bedeutet das große Umwege.

Offizielle Umleitung dauert länger als vier Wochen Ist die reine Fahrbahnsanierung auf vier Wochen angelegt, bedeutet das aber nicht, dass danach dann auch sofort der Durchgangsverkehr wieder von Cappenberg nach Lünen und umgekehrt fließen kann. Denn in Höhe des Kommunalfriedhofs Altlünen wird es eine Querungshilfe geben, für die die Fahrbahn aufgeweitet wird, erklärt Christian Kahlau. Deshalb werde der Durchgangsverkehr rausgehalten und über die offizielle große Umleitung geführt. Geplant sei jedoch, Anlieger und Busse auf der dann sanierten L810 (Cappenberger Straße und Brauereiknapp) fahren zu lassen. In Höhe des Kommunalfriedhofs Altlünen werde es eine Ampelregelung mit Führung des Verkehrs über die Straße Am Vogelsberg geben. Bis alle Arbeiten abgeschlossen sind und der Durchgangsverkehr wieder fließen könne, dürfte es laut Kahlau Mitte Dezember werden.

Von Lünen nach Cappenberg und umgekehrt geht dann über die Cappenberger Straße und den Brauereiknapp nichts mehr. „Anwohner können aber ihre Grundstücke erreichen oder verlassen“, versichert Christian Kahlau. Wenn Asphalt eingebracht werde, sei auch das stundenweise nicht möglich.

Schleichweg über Dreischfeld dicht

Nun könnten ja Ortskundige auf den Gedanken kommen, von Cappenberg über den Schlossberg und dann das Dreischfeld nach Lünen zu kommen. Und umgekehrt. Dem schiebe Straßen.NRW jedoch den Riegel vor, berichtet Christian Kahlau: „Wir sperren die Einmündung zum und vom Dreischfeld. Ansonsten würde das zu Chaos auf dem Dreischfeld führen. Die Fahrbahn dort ist nicht breit genug, um den Umleitungsverkehr dort her zu leiten.“

Also führt die offizielle Umleitung über folgende Strecke: Wer von Südkirchen aus nach Lünen will, fährt über den Cappenberger Damm, dann in Cappenberg auf die Borker Straße bis zur Bundesstraße 236 und von dort Richtung Lünen. Auch Verkehrsteilnehmer von Lünen müssen über die Bundesstraße 236 Richtung Selm und über die Borker Straße fahren, wenn sie nach Cappenberg wollen.

Wobei wir für die Cappenberger Bürger zu einem nicht unwichtigen Detail kommen: Laut Straßen.NRW werden nämlich auf einem rund 25 Meter langen Teilstück der Freiherr-vom-Stein-Straße auf der linken Seite kurz vor der abknickenden Vorfahrt zum Brauereiknapp die Rinnenanlage, die Fahrbahn und der Gehweg angehoben.

Baustellenampel

Dazu wird eine Zwei-Phasen-Ampel aufgestellt, um die Zufahrt zum, und die Abfahrt vom Buschkamp aufrechtzuerhalten. „Wir werden die Freiherr-vom-Stein-Straße Richtung Schloss sperren“, führt Kahlau aus. Würde dieser Abschnitt nicht gesperrt werden, wäre eine Drei-Phasen-Ampel nötig. „Und da wären die Wartezeiten zu lang.“

Für die Zeit der Arbeiten an der Freiherr-vom-Stein-Straße werde die Einbahnstraßenregelung am Buschkamp aufgehoben, so Kahlau. Wann genau diese Bauarbeiten und die damit verbundene Ampelregelung beginnen, konnte Kahlau noch nicht sagen. Nur so viel: „Das wird drei Tage, maximal eine Woche dauern.“

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