„Ärgerlich“: Viktoria verpasst Pokal-Coup - Geringe Kulisse

Seit 2012 wartet der Berliner Landespokalsieger auf einen Coup im DFB-Pokal. Auch der FC Viktoria 1889 scheitert - schlägt sich gegen Arminia Bielefeld aber wacker. Abseits des Platzes wird ein Ziel deutlich verfehlt.

10.08.2019, 17:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Enttäuschung über eine der Schlüsselszenen beim verpassten Pokal-Coup gegen Arminia Bielefeld war bei den Spielern vom FC Viktoria 1889 auch nach dem Dank an die eigenen Fans nicht verflogen. In der Schlussphase der 0:1 (0:1)-Niederlage des Berliner Regionalligisten wurde Gäste-Verteidiger Brian Behrendt im Strafraum am Arm getroffen, der mögliche Pfiff von Schiedsrichter Franz Boskop zugunsten des Außenseiters blieb aber aus. „Laut Fernsehen wurde gesagt, es war ein Elfmeter. Das ist natürlich ärgerlich, wenn einem so eine große Möglichkeit genommen wird“, sagte der als Stürmer eingesetzte Christoph Menz.

Trotz spielerischer Unterlegenheit hatte sich Viktoria mit einer engagierten Leistung die Möglichkeit auf die Überraschung bis zum Ende offen gehalten. Durch den einzigen Treffer des Tages von Andreas Voglsammer (15. Minute) musste sich der Viertligist aber wie alle Berliner Landespokalfinalisten nach 2012 geschlagen geben. Als bislang letzter unterklassiger Vertreter hatte sich der Berliner AK vor sieben Jahren gegen 1899 Hoffenheim durchgesetzt. „Klar sind wir enttäuscht. Wir haben einen guten Kampf geliefert“, sagte Trainer Benedetto Muzzicato.

Viktoria hatte zwar nur 31,4 Prozent Ballbesitz, kam aber vor den Augen von Ex-Box-Weltmeister Arthur Abraham kurz nach dem Rückstand zu mehreren guten Gelegenheiten für den möglichen Ausgleich. Cimo Röcker (19. Minute), Rafael Brand (23.) und Yannis Becker (27.) ließen diese aber ungenutzt. 

Neben dem Ergebnis war auch die Kulisse für den Verein aus dem Berliner Südwesten unbefriedigend: Zunächst hatten die Verantwortlichen mit 20 000 Zuschauern geliebäugelt, zuletzt eine fünfstellige Zahl an Besuchern als Ziel genannt. Bei der Partie verloren sich dann aber nur 4503 Zuschauer im weiten Rund des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks. 

„Es ist Samstagnachsmittag, Arminia Bielefeld ist nicht der Gegner, der zieht“, nannte Ex-Union-Berlin-Profi Menz mögliche Gründe. „Jahn-Sportpark ist auch nicht der Kracher, das kennt jeder in Berlin. Wir hätten uns über mehr Zuschauer gefreut. Es ist aber schwer, hinter Union und Hertha eine gewisse Base zu aktivieren.“

Zumindest nahm der Zehnte der Regionalliga Nordost durch die Pokal-Teilnahme nach eigenen Angaben rund 100 000 Euro an Prämien ein. Vergangene Saison hatten die Berliner noch wegen ausbleibender Zahlungen eines chinesischen Investors Insolvenz angemeldet, aber trotz des Abzugs von neun Punkten souverän den Klassenverbleib geschafft.

Weitere Meldungen
Meistgelesen