Vier Jahre Haft für Bauunternehmer wegen Steuerbetrug

Wegen Steuerhinterziehung von 1,1 Millionen Euro hat das Bonner Landgericht einen Bauunternehmer aus Rheinbach zu vier Jahren Haft verurteilt. Das teilte ein Gerichtssprecher am Montag mit. Der 62-jährige Geschäftsmann hatte laut Gericht zwischen 2011 und 2015 Körper-, Gewerbe- und Umsatzsteuer hinterzogen. Laut Urteil nutzte er dafür vorsätzlich und planvoll ein Täuschungssystem mit Strohmännern.

17.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Vier Jahre Haft für Bauunternehmer wegen Steuerbetrug

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz auf einer Richterrobe. Foto: Uli Deck/Archivbild

Demnach kaufte er in der Türkei billig Bauteile oder auch Geländer ein, die an fiktive Unterfirmen geliefert wurden. Diese fünf Firmen, für die Strohmänner als Geschäftsführer angeheuert worden waren, verkauften offiziell die Bauteile mit Aufpreis an das Rheinbacher Unternehmen weiter. Die Rechnung zahlte der Hauptangeklagte zum Schein, holte sich das gezahlte Geld jedoch bar wieder zurück.

Die Strohmänner hatte ihm auch seine Haushaltshilfe aus einem Dorf in Polen organisiert, die 34-Jährige wurde wegen Beihilfe zu 2500 Euro Geldstrafe verurteilt. Die angeblichen Geschäftsführer der Unterfirmen bekamen für ihr Mitwirken einmalig bis zu 4000 Euro.

Das Verfahren gegen den 65-jährigen Bruder des Angeklagten, der in der Türkei lebt, wurde gegen Zahlung von 10 000 Euro eingestellt; er war mit seinem Namen zum Schein als Geschäftsführer der Firma aufgetreten. Gegen 5000 Euro eingestellt wurde auch das Verfahren gegen einen Kronzeugen; der 58-Jährige hatte gegen den 62-Jährigen, umfassend ausgesagt und ihn belastet.

Der Bauunternehmer selbst hatte bis zum Schluss geschwiegen. Sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert.

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