Borker St. Martin kam mit dem Auto statt mit dem Pferd - was war da los?

dzSt. Martin

Ein St. Martin ohne Pferd? Das geht eigentlich nicht, findet der Borker St. Martin Heinz-Willi Quante. Trotzdem grüßte er am Sonntag aus einem Auto.

Bork

, 11.11.2019, 13:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Kinder, ihre Eltern und Verwandten kamen am Sonntag (19. November) nach Bork, um den Martinszug zu erleben. Wie immer, war der Martinszug gut besucht, wie immer wurde gesungen und die Kinder hatten ihre bunten Laternen dabei.

Doch etwas Entscheidendes war anders: Der heilige Martin war in diesem Jahr nicht hoch zu Ross unterwegs, sondern winkte von der Ladefläche eines grünen Transporters. Nicht nur für die Kinder machte das einen bedeutenden Unterschied.

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Ohne Pferd fühlt es sich anders an

„Vom Gefühl her war es einfach nicht richtig“, sagt Heinz-Willi Quante, der am Wochenende wieder Borker St. Martin war. Auf dem Pferd zu sitzen, das sei schon romantischer als von einem Auto zu winken, findet Quante. Er sagt: „St. Martin gehört auf‘s Pferd.“

Was war passiert?

„Wir sind eigentlich davon ausgegangen, dass alles läuft wie immer“, sagt Jochen Beese von der Martinsgesellschaft in Bork. Das heißt: Heinz-Willi Quante sollte auf Memo reiten. Ein Pferd, das schon etwa seit sechs Jahren für den Borker Martinszug im Einsatz ist. Allerdings hätten die Besitzer mitgeteilt, dass Memo inzwischen zu alt ist. „Wir wollten ihm nicht mehr zumuten, den St. Martin zu tragen“, sagt Jochen Beese. Das Pferd sei jetzt gewissermaßen in Rente gegangen.

Borker St. Martin kam mit dem Auto statt mit dem Pferd - was war da los?

2013 war Pferd Memo erstmals im Einsatz. © Anne Petersohn

Ersatzpferd war noch nicht bereit

Ein Ersatz stand mit Pferd Ella auch schon bereit. Das Pferd habe dann in Lünen einen ersten Testlauf gestartet, allerdings sei man dann zu dem Schluss gekommen, dass Ella dem Martinszug noch nicht gewachsen sei. „Das Pferd war noch nicht geschult genug“, sagt Beese. Das sei etwa zwei Wochen vor dem Umzug gewesen. Auf die Schnelle sei es dann auch nicht mehr möglich gewesen, ein anderes Pferd zu finden.

„Es ist nicht leicht, Tiere zu finden, die geeignet sind“, sagt Beese. Die seien so kurzfristig auch schon alle ausgebucht. Und ein Tier aus größerer Entfernung herbeizuschaffen, entspreche nicht dem Wohle des Tieres. Heinz-Willi Quante ergänzt: Manche Pferde seien kleinere Umzüge gewöhnt, für die komme ein so großer Umzug wie der in Bork - in diesem Jahr wurden allein 1200 Martinstüten gepackt - nicht in Frage.

Borker St. Martin kam mit dem Auto statt mit dem Pferd - was war da los?

Der Zug war auch in diesem Jahr gut besucht. © Jürgen Weitzel

Hoffnung auf Pferd im nächsten Jahr

So habe man sich aus Sicherheits- und aus Tierwohlgründen in diesem Jahr gegen den berittenen St. Martin entschieden, sagt Quante. Dafür hätten auch die Besucher Verständnis gehabt.

Und die Improvisationslösung mit dem Auto, sei auch besser gewesen als gar nichts: „Alle fanden es besser, als wenn ich gelaufen wäre“, sagt der St. Martin. In diesem Jahr gab es noch mehr Improvisation: Die Selmer Blasmusiker hatten ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt - Ersatz fand sich beim Selmer Spielmannszug - und auch die Küche im Förderzentrum Nord stand wegen Umbauarbeiten zum Glühweinmachen nicht zur Verfügung.

Geklappt hat trotzdem alles. „Am Ende ist die Veranstaltung gut angekommen“, resümiert Jochen Beese. Das glaubt auch Heinz-Willi Quante. Im nächsten Jahr hofft er, beim Umzug aber wieder im Sattel zu sitzen. Er selbst will auf jeden Fall - sofern es die Gesundheit zulässt - noch ein paar Jahre dabei sein. In fünf Jahren feiert der Martinszug sein 100-jähriges Jubiläum. Und Heinz-Willi Quante sein 25-jähriges als St. Martin. „Dann würde ich auch aufhören“, sagt der 58-Jährige. Leicht wird das aber bestimmt auch nicht. Denn Quante sagt: „St. Martin in Bork zu sein, das ist das schönste Ehrenamt, was man sich vorstellen kann.“

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